Sport : Attacke aus der Wurstfabrik

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Armin Lehmann über Uli Hoeneß

und seine Lust am Provinziellen

Uli Hoeneß hat dieser Zeitung einmal gesagt, er habe gar nichts dagegen, wenn man ihn ein bisschen spießig findet. Auch das Provinzielle sei ihm angenehm. Er hat es ganz gerne ruhig und bescheiden. Viele meinen, das passe so gar nicht zum weltbekannten und glamourösen FC Bayern, dessen Manager er ist, aber Hoeneß sieht darin keinen Widerspruch. In seinem Büro in der Säbener Straße sitzt der Mann in hellen Korbmöbeln und freut sich, wenn die Rostbratwurst seiner Wurstfabrik von Ökotest das Prädikat „sehr gut“ verliehen bekommt.

Ausgestattet mit solcherlei Bodenhaftigkeit reitet der Mann gerne gezielte Attacken. Meistens gegen den Verein X oder Y aus der heimischen Liga. Aber auf Dauer wird das ja auch langweilig, zumal sich in der vergangenen Saison partout kein richtiger Konkurrent für die Bayern finden ließ, auf den man mit Spaß hätte rumhacken können.

Naja, wird sich Hoeneß also gedacht haben, warum nicht mal im Ausland richtig in die Trompete blasen. Und Real Madrid, dieser reichste, tollste, größte, erfolgreichste Klub der Welt, kam ihm da gerade recht. Alles Affentheater da, alles Zirkus, wetterte Hoeneß genüsslich in Richtung spanische Hauptstadt und erntete prompt das, was er sich versprochen hatte: heftige Reaktionen. Die spanischen Medien überschlugen sich förmlich mit Gegenattacken, und die Königlichen höchstselbst äußersten sich pikiert über solche „Dummheiten“.

Uli Hoeneß wird es freuen, vor allem dieser eine spanische Vorwurf: Die Bayern seien einfach zu provinziell.

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