Sport : Atze, Matze & die Sportschau

Esther Kogelboom

will endlich bessere Werbung sehen Nächste Woche fängt die Bundesliga wieder an. Hurra! Endlich wissen Atze und Matze am Samstagnachmittag wieder, wohin mit sich: auf die Couch, Bier trinken, Flips essen, „Sportschau“ gucken. Für die Frauen allerdings kommen harte Zeiten – sie müssen wieder allein einkaufen gehen, mit Atze und Matze können sie jedenfalls für die Dauer der „Sportschau“ nicht rechnen. Die „Sportschau“ als frauenfreier Rückzugsraum – so schleimt sich die ARD im Radio an männliche Fußballfans ran, so wirbt sie mit weinerlich-hysterischen Frauenstimmen für den „Klassiker“. Atze und Matze dürfen endlich wieder Männer sein.

Leider extrem kurzsichtig, dieses Spiel mit dem Klischee, ballen doch viele Frauen heutzutage bei der Aussicht auf ein paar entspannte Stunden am Herd oder in den Potsdamer-Platz-Arkaden heimlich die zarten Hände zu Becker-Fäusten. Es gibt sogar Frauen, die gerne – und jetzt wird’s hart – Fußballspiele im Fernsehen angucken, und zwar nur mit einem speckigen Jogginganzug bekleidet. Auf diese wenn auch vielleicht eher passive Freizeitbeschäftigung haben Frauen wie Männer ein Grundrecht. Die ARD hat das nicht verstanden. Die ARD will offenbar, dass Frauen im ZDF Rosamunde-Pilcher-Filme gucken.

Und jetzt wird’s richtig hart: Es existieren Frauen in diesem Land, die selber ab und zu Fußball spielen. Gut, die haben weniger Muskeln, nicht ganz so schöne Frisuren und werben für Monatshygiene-Artikel. Aber sie sind Welt- und Europameisterinnen.

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