Sport : Auch Baustellen halten die SCC-Volleyballer nicht auf

Karsten Doneck

Berlin - Günter Trotz registrierte eine merkwürdige Stimmung. Kaum zum Rückspiel im Challenge-Cup im holländischen Doetinchem angekommen, wusste der Geschäftsführer des Volleyball-Bundesligisten SC Charlottenburg schon zu berichten: „Die Leute freuen sich hier schon alle auf den Golden Set.“

Die Volleyball-Freunde in Doetinchem werden sich noch mindestens ein Jahr gedulden müssen, ehe sie wieder auf einen Golden Set hoffen dürfen. Der SCC gewann nämlich auch das Rückspiel überraschend mit 3:1 (24:26, 25:18, 26:24, 25:22) und steht nach dem 3:1 im Hinspiel nun in der dritten Runde des europäischen Wettbewerbs. Die Auslosung soll in dieser Woche erfolgen, Spieltermine sind der 12. und 19. Dezember.

Der Golden Set ist eine recht merkwürdige und wenig durchdachte Erfindung des europäischen Volleyball-Verbandes: Steht es nach Hin- und Rückspiel 1:1, wird – unabhängig vom Satzverhältnis – ein Entscheidungssatz nach Tiebreak-Regeln gespielt. Wer den gewinnt, kommt eine Runde weiter. Das bedeutet für die Mannschaft, die das Rückspiel auswärts zu bestreiten hat, eine klare Benachteiligung.

Der SCC ersparte sich in Doetinchem einen derart nervenaufreibenden Schlussakt. Das Spiel bot aber auch so genügend Spannung. Vorteil für den SCC: „Meine Jungens sind nie unruhig geworden, sie haben immer an ihre Stärken geglaubt“, lobte SCC-Trainer Michael Warm. Und: „Jeder hat gegenüber dem Hinspiel noch mal 10 bis 20 Prozent zugelegt.“ Das war auch nötig, denn den ersten Satz gaben die Charlottenburger nach einer 24:21-Führung noch ab. Dass selbst solche Rückschläge die Moral nicht brechen konnten, zeigte sich im dritten Satz, als der SCC seinerseits einen 21:24-Rückstand aufarbeitete und den Abschnitt 26:24 gewann.

In allem Jubel gab es nachher auch mahnende Worte beim SCC. „Es gibt noch Baustellen, an denen wir arbeiten müssen“, sagte Manager Kaweh Niroomand. Er denkt dabei vor allem an die Annahme. In Holland hielten solche Baustellen den SCC freilich nicht auf. Karsten Doneck

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