Sport : Auch Bestechung nutzt nichts

Duisburg verliert 2:3 gegen Bayern München und steigt in die Zweite Liga ab

Richard Leipold[Duisburg]

Walter Hellmich, der Präsident des MSV Duisburg, zeigte sich vor dem Anpfiff in Geberlaune. Als ungewöhnliche Trophäe für den Gewinn der deutschen Meisterschaft überreichte er Uli Hoeneß ein lebensgroßes, rot-weißes Plastikzebra. Bayern-Torwart Oliver Kahn und der Münchner Meistertrainer Ottmar Hitzfeld erhielten vor ihrem letzten Auswärtsspiel in der Fußball-Bundesliga Blumensträuße. Trotz all der Gaben zeigten die Bayern sich beim 3:2 in Duisburg unbestechlich, wenn auch in der zweiten Hälfte nachlässig. Sie stürzten den MSV endgültig zurück in die Zweite Liga.

Für Duisburg ist es der insgesamt sechste Bundesliga-Abstieg. „Leider ist es über die ganze Saison gesehen, nicht unverdient“, sagte Torhüter Tom Starke. Das Spiel gegen die Bayern war die Endstation für den MSV, nicht aber der entscheidende Grund für den Abstieg. Für den Sportsgeist der Duisburger sprach, dass sie das deprimierende Saisonergebnis als Folge ihres eigenen Unvermögens einstuften. „Wenn man nur drei Heimspiele gewinnt, ist das tödlich“, sagte Verteidiger Björn Schlicke.

Auch ohne ihre Stars Ribéry, Toni und Klose machten die Bayern auf dem Rasen kurzen Prozess. In der dritten Minute brachte Andreas Ottl den Favoriten in Führung. Und spätestens nach dem Doppelschlag von Lukas Podolski resignierten auch die treuesten MSV-Anhänger. Viele riefen: „Oh, wie ist das schön.“ Und gar nicht ironisch: „Bommer raus!“ Der Trainer saß versteinert auf der Bank.

Oliver Kahns Wunsch, im letzten Auswärtsspiel seiner Bundesligakarriere ohne Gegentreffer zu bleiben, ging allerdings nicht in Erfüllung. Mihai Tararache bezwang ihn mit einem wuchtigen Distanzschuss. Wenig später verkürzte Markus Daun sogar auf 2:3. Dennoch konnte Duisburg weder die Niederlage abwenden noch den Abstieg. Im Gegenteil: Die Bayern versäumten es, ihren Vorsprung auszubauen. Am Anfang reich beschenkt, gaben die Münchner sich am Ende mitfühlend. „Es tut mir leid, dass ausgerechnet wir heute hier gespielt haben“, sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld. „Aber wenn man in der Liga bleiben will, muss man eben andere Mannschaften schlagen.“

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