Sport : Auch Chelsea siegt ein bisschen

Armin Lehmann

über Mourinhos späte Rehabilitation im Finale von Istanbul Ein Sieger des denkwürdigen Finales der Champions League in Istanbul heißt José Mourinho und ist Trainer des FC Chelsea. Nur der Triumph des Außenseiters Liverpool konnte Mourinho rehabilitieren für das eigene Ausscheiden im Halbfinale gegen den Liga-Konkurrenten. Nur der Spanier Rafael Benitez durfte dem Portugiesen José Mourinho den eigenen Traum verwehren, den er 2004 genauso überraschend wie jetzt Liverpool verwirklichen konnte. Nicht von ungefähr wird kolportiert, dass Benitez der einzige Trainer in der englischen Premier League ist, mit dem sich Mourinho nicht verkracht hat. Das hat wohl was mit Respekt zu tun.

Natürlich heißen die wahren Gewinner vom Mittwochabend Liverpool und Benitez, schließlich haben es der Traditionsklub von der Anfield Road und sein Coach geschafft, nicht nur mit einem kleinen Etat, sondern auch noch über die Qualifikation bis ins Finale vorzudringen. Und dort ausgerechnet gegen die Abwehrkünstler aus Mailand einen Drei-Tore- Rückstand aufzuholen.

Das ist einerseits sensationell, andererseits hat es eben doch etwas zu tun mit dem Namen Mourinho. Chelseas Trainer war es, der in der vergangenen Champions-League-Saison mit dem FC Porto den Kreis der großen Teams aufmischte. Er tat es mit wenigen Stars, dafür mit brillanter Arbeit im taktischen Bereich. Mourinho scheute sich nie vor riskanten Experimenten. Ähnlich wie der Portugiese formte auch der Spanier Benitez aus wenigen Stars eine Mannschaft, die zu ganz großen Momenten fähig ist. Auf der Insel hat es für Liverpool in diesem Jahr nur für oberen Durchschnitt gereicht (Platz fünf), was wohl daran liegt, dass das kraftaufwändige, aggressive Spiel in der schnell spielenden englischen Liga viel schwieriger über 90 Minuten durchzuhalten ist als auf dem europäischen Festland.

Aber das macht den Erfolg von Rafael Benitez nicht weniger bemerkenswert.

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