Sport : Auch die Dramaturgie stimmt

Der EHC Eisbären bleibt nach dem 6:2-Sieg gegen die Hannover Scorpions Tabellenführer der DEL

Claus Vetter

Berlin. Am Freitag war wieder einmal Feiertag für die Fans des EHC Eisbären im Sportforum Hohenschönhausen. Bereits zum siebten Mal in der laufenden Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Denn die Berliner gewannen das siebte von acht Heimspielen souverän, diesmal gegen die Hannover Scorpions und mit 6:2 (2:1, 2:1, 2:0). Wobei es aus dramaturgischer Sicht durchaus nach dem Geschmack der 5000 Zuschauer in der wieder ausverkauften Halle zuging, denn Mitte des ersten Drittels hatten die Eisbären noch nicht wie die klaren Sieger ausgesehen.

Nach zehn Minuten führten die Scorpions nach einem Tor von Frylen einigermaßen überraschend beim Tabellenführer. Anscheinend hatten die Berliner der Warnung ihres Trainers keine Bedeutung geschenkt. Oder sie haben die kryptisch anmutende Botschaft einfach nicht verstanden. „Hannover hat am Sonntag 0:7 in Iserlohn verloren“, hatte Pierre Pagé gesagt. „Die sind nun ein verwundeter Bär. Aber die gute Nachricht ist: Wir sind der Bär.“

Bisweilen rätselhaft war aber auch das, was Sven Felski gestern veranstaltete. Dem Berliner gelang wenig. Weder vor dem Tor noch an der blauen Linie des Gegners – dem Hannoveraner Führungstreffer ging dort ein klarer Fehler Felskis voraus. Und wer weiß, hätten sich die Scorpions nicht Undiszipliniertheiten erlaubt, die Berliner wären gegen die gut disponierten Hannoveraner vielleicht ins Schlingern gekommen. Da sich aber offensichtlich noch nicht bis Hannover herumgesprochen hat, dass die Eisbären ein passables Überzahlspiel aufziehen, war das Geschehen schnell in Berliner Hand. Zunächst war Boris Blank in der 18. Minute mit seinem ersten Saisontor erfolgreich. Als dann Len Soccio, Blanks Hannoveraner Kollege aus der Nationalmannschaft, auf die Strafbank musste, konnte Rob Shearer nur 75 Sekunden nach dem 1:1 die Berliner in Führung bringen.

Danach lief es besser und vor allem schneller bei den Eisbären. 15 Sekunden waren im zweiten Abschnitt gespielt, da hatte Keith Aldridge den Puck schon im Tor von Andrew Verner untergebracht. Dies irritierte den Torwart aus Hannover anscheinend sehr: Wenig später trat Verner eindrucksvoll den Beweis an, dass es sich für einen Keeper im Tor besser lebt, als dahinter. Nach einem völlig missglückten Versuch Verners, den Puck entlang der Bandenrundung aus dem Drittel zu schlagen, landete das Spielgerät bei Steve Walker. Der Kanadier traf ins verwaiste Netz, Verner schaute hinter dem Tor zu.

Der Rest war weniger spektakulär. Nach einem Fehler von Nico Pyka kam Hannover durch Patrick Senger zum zweiten Tor. Blank erzielte schließlich das 5:2, Florian Keller noch das 6:2. Für Keller, der zuletzt wegen einer Verletzung hatte zuschauen müssen, war der erste Saisontreffer sicher eine Genugtuung. Nebenbei bedeutete für Keller und Kollegen der gestrige Sieg natürlich auch: Die Berliner bleiben Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga, mindestens bis zum Sonntag. Dann müssen die Eisbären in Nürnberg antreten.

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