Sport : Auch gegen Cottbus schaut der TeBe-Torjäger Ciric anfangs nur zu

Karsten Doneck

Sein Blondhaar leuchtet dieser Tage beim Training unter Einwirkung der Herbstsonne noch ein bisschen heller als sonst. Und seine durchweg strahlende Miene lässt nur den Schluss zu: Dieser Mann ist mit sich und seinem Tun im Reinen. Winfried Schäfer selbst verrät denn auch ohne Umschweife, was ihm ohnehin jeder zur Zeit deutlich ansieht: "Mir macht die Arbeit hier unheimlich viel Spaß." Kein Wunder. Die von Schäfer hauptverantwortlich zusammengestellte Mannschaft von Tennis Borussia hat sich auf einen Aufstiegsplatz gesetzt und genießt spätestens seit dem 6:2-Sieg zuletzt beim VfL Bochum Respekt in der Zweiten Liga. Morgen (15.30 Uhr Mommsenstadion) können die Borussen ihre gute Position mit einem Sieg im Spitzenspiel gegen Energie Cottbus sogar noch ausbauen.

Auch ein paar verbale Querschüsse aus den Reihen unzufriedener Ersatzspieler trüben die gute Laune des Übungsleiters kaum. Schäfer behandelt derlei Probleme, wie sie ein stocksaurer Ansgar Brinkmann nach dem Bochum-Spiel herauf beschwor ("Ich lasse mich hier nicht verarschen, auch von Winfried Schäfer nicht!"), erstaunlich souverän. Er ließ das aufgeregte Gemüt seines Spielers erst einmal zwei Tage lang abkühlen, dann gab es das reinigende Gewitter, zudem eine satte Geldstrafe für Brinkmann - und damit Schluss, aus und vorbei. Schäfer ist sich keineswegs zu fein dafür, auch mal zu verzeihen. "Wir brauchen jeden einzelnen Spieler, der bei uns unter Vertrag steht", macht der Trainer den Murrenden Mut.

Zu den TeBe-Profis, die sich momentan in Geduld üben müssen, zählt überraschend auch Stürmer Sasa Ciric. Vier Millionen Mark hat TeBe ausgegeben, um den Torjäger vom 1. FC Nürnberg loszueisen. Vier Millionen für einen Ersatzmann? In Bochum kam Ciric erst sechs Minuten vor Ende aufs Feld. Was er dann anstellte, war durchdacht und ganz und gar uneigennützig. Zweimal legte Ciric seinem Stürmerkollegen Uwe Rösler den Ball derart maßgerecht vor, dass der keine Mühe hatte, das Ergebnis von 4:2 auf 6:2 zu schrauben. "Wie sich der Sasa da eingeführt hat, das war sehr schön von ihm", lobte Schäfer. Dennoch wird der Trainer gegen Cottbus Ciric nicht gleich wieder in die Anfangself befördern. "Die Aufstellung, die im Pokal gegen Hertha BSC gespielt hat, hat sich ein bisschen als die beste heraus kristallisiert", sagt Schäfer. Wer gegen Hertha spielte, durfte auch in Bochum zuerst ran und wird auch gegen Cottbus zunächst auf dem Platz stehen. Einzige Ausnahme: Tredup (verletzt) wird durch Szewczyk ersetzt.

Am Donnerstag meldete eine Boulevardzeitung, Andreas Thom, bei Hertha BSC unter Vertrag, sei als Verstärkung bei TeBe im Gespräch. "Ich habe den Andy Thom mal angerufen", gibt Schäfer zwar zu, "aber das war noch zu meiner Zeit als Trainer beim Karlsruher SC." Seit Anfang April arbeitet Schäfer nun schon in Eichkamp. Der Gedanke, Thom zu verpflichten, liegt ihm dort ziemlich fern. Warum sollte sich Winfried Schäfer auch mit einem neuen namhaften Zugang, durch den sich der Konkurrenzdruck im Kader weiter erhöht, neue Probleme aufhalsen? Momentan ist doch alles im Lot, es läuft. Und Schäfer freut sich.

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