Sport : Auch Hertha tritt nur mit der zweiten Garde an

Klaus Rocca

Michael Novak, Sprecher beim DFB, war bei der Pressekonfernz nicht zu beneiden. Auf die Frage, wer denn für die Besetzung des Hallenturniers in Berlin verantwortlich sei, meinte er fast entschuldigend: "Der Ansetzer beim DFB." Was sich heute und morgen (Beginn jeweils 18 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle tummelt, verleitet in der Tat nicht gerade zum Mit-der-Zunge-Schnalzen. Kein Wunder, dass von der Hertha-Geschäftsstelle gestern eher kleinlaut kundgetan wurde, es seien vom Verein selbst gerade mal 500 Karten abgesetzt worden.

Beim Berliner Erstligisten, der mit dem SC Freiburg sowie den Zweitligisten VfL Bochum und FC St. Pauli in der Gruppe B spielt, beteuert man zwar immer wieder, das Ziel sei das Finale des DFB-Hallen-Pokals am 15./16. Januar in der Münchner Olympiahalle, doch auch diesmal käme man in Terminnöte, denn schon am 17. Januar soll es ins Trainingslager nach Portugal gehen. Für den anderen Berliner Vertreter, Tennis Borussia, ist das Turnier mehr "eine Gaudi" (Trainer Winfried Schäfer). Das sollte es auch sein. Nach den Anfängen des Spiels unterm Dach, als mächtig zur Sache gegangen wurde und viele Verletzte zu beklagen waren, hat sich Hallenfußball trotz kräftiger Startgelder und Prämien immer mehr zu einer angenehmen Nebensache entwickelt. So sollte es auch sein.

Da ist es nicht weiter verwunderlich, wenn viele Spieler, nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, der Halle fernbleiben. Bei Hertha sollen es Preetz, Rehmer, Rekdal, Sverrisson, Herzog, van Burik und Tretschok sein. Auch Ali Daei ist nicht dabei, der gerade in den USA beim 1:2 gegen Mexiko per Elfmeter das Tor Irans erzielte und auch noch gegen Ekuador und die USA spielt. Andere, auch Amateure, die sonst im zweiten Glied stehen, kommen dafür beim Hallenturnier zum Zuge. Auch technisch beschlagene Spieler wie Wosz, Roy, Hartmann und Michalke. Kurzzeitig wohl auch Alves.

Die Hoffnung, neben Alves auch Josip Simunic schon für die Rückrunde aktivieren zu können, hat sich zerschlagen. Simunic erschien zwar gestern auf der letzten DFB-Transferliste für die laufende Saison, doch "zwischen den finanziellen Vorstellungen beider Vereine lagen Welten" (Hertha-Pressesprecher Hans-Georg Felder). Der 21-jährige Kroate kommt also erst zur nächsten Saison - dann ablösefrei. Ein anderer, fast gleichaltriger Kroate, wird den Verein sofort verlassen: Ivica Olic. Hertha leiht den Stürmer, der nie Fuß fassen konnte, bis zum 31. Dezember dieses Jahres an Marsonia Slavonski Brod aus. Von eben jenem Klub kam Olic zu Hertha.

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