Auch Hoeneß in Pilsen im Blickpunkt : FC Bayern will ins Achtelfinale

Der FC Bayern München könnte bei Viktoria Pilsen den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Champions League schaffen. Im Blickpunkt steht auch Clubpräsident Uli Hoeneß - wegen seines im März beginnenden Steuerstrafprozesses.

Im Hinspiel traf David Alaba gegen Pilsen zum 2:0
Im Hinspiel traf David Alaba gegen Pilsen zum 2:0Foto: dpa

Der FC Bayern München strebt in Pilsen den Einzug ins Achtelfinale der Champions League an. Der deutsche Fußball-Rekordmeister benötigt dafür beim punktlosen Tabellenletzten Viktoria Pilsen den vierten Sieg im vierten Gruppenspiel. Zugleich darf Manchester City am Dienstag im Parallelspiel gegen ZSKA Moskau nicht verlieren. In München gewann Triplesieger FC Bayern vor zwei Wochen gegen die Tschechen deutlich mit 5:0. „Es wird nicht so einfach, wie es ausschaut“, mahnte Präsident Uli Hoeneß und erinnerte an den jüngsten 6:1-Erfolg des tschechischen Meisters gegen FK Jablonec.

Auch für Hoeneß selbst wird es nicht leicht. Der im März anstehende Steuerstrafprozess gegen den Präsidenten des FC Bayern hatte bereits am Montag das Champions-League-Spiel der Münchner in Pilsen in den Schatten gestellt. „Ich bin überrascht, dass unsere Selbstanzeige von den Behörden bis heute nicht als wirksam erachtet wird. Wir werden in den nächsten Monaten bis zum Prozess im März alles tun, um das Gericht von unseren Argumenten zu überzeugen“, erklärte der Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters am Montag in Pilsen.

Uli Hoeneß und die Steuerflucht
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU):Die Kanzlerin distanzierte sich von Uli Hoeneß und ließ ihre Enttäuschung über Regierungssprecher Steffen Seibert kundtun. Er sagte am Montag: „Viele Menschen sind jetzt enttäuscht von Uli Hoeneß, die Bundeskanzlerin zählt auch zu diesen Menschen.“Alle Bilder anzeigen
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23.04.2013 09:56Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU):Die Kanzlerin distanzierte sich von Uli Hoeneß und ließ ihre Enttäuschung über...

SPD-Fraktionsvize Joachim Poß kritisierte den Aufsichtsrat des FC Bayern München dafür, dass er nach der Anklage wegen Steuerhinterziehung an Hoeneß als Vorsitzendem des Gremiums festhält. „Die rechtsstaatliche und moralisch-ethische Ignoranz dieser Spitzenmanager schlägt dem Fass den Boden aus“, sagte Poß dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag) mit Blick auf die Aufsichtsratsmitglieder. „Ich habe jedenfalls andere rechtsstaatliche und moralische Vorstellungen als diese hochmögenden Herren. Das verschlägt einem schon gelegentlich die Sprache.“ Hoeneß sei zur „Symbolfigur der Oberschichtenkriminalität geworden - der Oberschichtenkriminalität mit Namen Steuerbetrug“, fügte Poß hinzu.

Die Münchner Stars wollen sich vom Wirbel um ihren Chef nicht ablenken lassen, um am Dienstagabend (20.45 Uhr/Sky) im gerade einmal 12 000 Zuschauer fassenden Stadion des tschechischen Meisters die nächste Topleistung in Europas Fußball-Königsklasse abzurufen. „Wir können uns ungestört auf das Spiel vorbereiten, das hat nichts mit dem Fußball zu tun“, sagte Bayern-Vizekapitän Bastian Schweinsteiger. Nun wolle das Team für Hoeneß spielen: „Wir tun ihm den größten Gefallen, wenn wir die Spiele gewinnen und Erfolg haben.“ (dpa)

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