Sport : Auch im dritten Spiel kein Tor Energie Cottbus verliert 0:1 gegen Dortmund

Stefan Hermanns

Cottbus - Manchmal lässt sich selbst eine so komplexe Angelegenheit wie ein 90-minütiges Fußballspiel auf einen einzigen Moment reduzieren. Im Spiel des FC Energie Cottbus gegen Borussia Dortmund gab es diesen Moment knapp 20 Minuten vor dem Abpfiff. Ervin Skela flankte von der linken Seite vors Dortmunder Tor, der Ball senkte sich über Torhüter Marc Ziegler hinweg auf die Latte, sprang von dort Dimitar Rangelov genau auf den Kopf – und der lenkte ihn aus vier Metern übers Tor. „So ein Ball kann auch mal ins Netz gehen“, sagte Skela. Doch wer solche Möglichkeiten nicht nutzt, nutzt vermutlich keine mehr. Auch nach dem dritten Spiel der Saison, nach der 0:1-Heimniederlage gegen den BVB, wartet Energie immer noch auf das erste Tor.

Die Cottbuser setzten auch eine andere unheimliche Serie fort: Zum sechsten Mal spielten sie im eigenen Stadion gegen Dortmund – zum sechsten Mal verloren sie. „So wie das Spiel gelaufen ist, tut das weh“, sagte Skela. Unmittelbar vor der Pause ging der BVB in Führung. Nach einer Ecke von Tamas Hajnal legte Florian Kringe den Ball per Kopf auf Neven Subotic ab, und der traf aus vier Metern. Die Führung hätten die Dortmunder schon viel früher haben können. Gerade 39 Sekunden waren gespielt, als Nelson Valdez den Ball im Strafraum nach einem zu kurz abgewehrten Freistoß genau vor die Füße bekam. Sein Schuss wurde gerade noch zur Ecke abgewehrt.

So ereignisreich ging es längst nicht mehr weiter. Dem BVB mangelte es im Spiel nach vorne ebenso an Erfindergeist wie den Cottbusern. Nach mehr als einer halben Stunde musste Dortmunds Torhüter Marc Ziegler zum ersten Mal seine Hände benutzen – um einen harmlosen Eckball der Cottbuser aufzunehmen. „Wir hatten zu viel Angst im Spiel“, sagte Energies Trainer Bojan Prasnikar.

Cottbus schaffte es in einem insgesamt zerfahrenen Spiel nur selten in den Dortmunder Strafraum. Ein paar Flanken flogen von der rechten Seite vors Tor des BVB, Abnehmer fanden sie nicht. Der serbische Neuzugang Ivica Iliev, zum ersten Mal in der Startelf, hatte vor der Pause die beste Gelegenheit, sein Schuss wurde aber im letzten Augenblick noch abgeblockt. „Wir sind zu wenig gefährlich im Spiel nach vorne“, sagte Prasnikar. „Das ist unser großes Problem jetzt.“

In der zweiten Halbzeit wurde es etwas besser. Energie spielte, allen technischen Mängeln im Aufbau zum Trotz, entschlossener. „Die waren mit dem 0:1 nicht zufrieden“, sagte Dortmunds Innenverteidiger Subotic. Die Bemühungen aber blieben ohne Erfolg. Energie liegt mit nur einem Punkt aus drei Spielen schon wieder am Ende der Tabelle. „Wir wollten nicht so einen Start haben wie in der letzten Saison“, sagte Skela. „Jedes Jahr so eine Aufholjagd – das schafft kein Mensch.“ Stefan Hermanns

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