Sport : Auch in China werden die Kontrollen verschärft

China hat erstmals öffentlich und offiziell ernste Dopingprobleme im Sport eingeräumt. Die von der Kommunistischen Partei kontrollierte Tageszeitung "Peoples Daily" berichtet, dass immer mehr junge chinesische Athleten positiv auf verbotene Stimulanzien getestet würden. Li Furong, Vizepräsident des Nationalen Olympischen Komitees, kündigte dem Doping auch mittels Blutkontrollen und schärferer Strafen den Kampf an.

Das Dopingproblem sei laut "Peoples Daily" bei einigen Ereignissen und in einigen Gebieten sehr ernst und der Kampf dagegen sehr kompliziert. "Es werden meistens billige, leicht zu kaufende, starke und gesundheitsgefährdende Substanzen auf Steroid-Basis verwendet", schreibt die chinesische Tageszeitung.

Bis zum zwölften August testeten die Doping-Kontrolleure in diesem Jahr in China 2288 einheimische Sportler. Von diesen Proben fielen elf Testergebnisse positiv aus. Im Vorfeld der "National Cities Games" (11. bis 20. September) erwiesen sich von 510 Kontrollen fünf als positiv. "Das ist nahezu eine Rate von einem Prozent verglichen mit der durchschnittlichen nationalen Quote von 0,3 Prozent. Die Steigerung verdient Aufmerksamkeit und muss dringend beachtet werden", heißt es in "Peoples Daily" weiter.

China hatte erst kürzlich bereits zwei Schwimm-Trainer suspendiert, die als Betreuer der vom Weltverband für drei Jahre gesperrten Topathleten Wang Wei und Xiong Guoming fungierten. Bei beiden hatten sich Spuren des Kälbermastmittels Clenbuterol gefunden. Für Aufsehen hatte zuvor auch die Absage von 14 chinesischen Schwimmern für die Pan-Pacific-Spiele in Sydney gesorgt. China erschien zu diesem Schwimmwettbewerb nur noch mit fünf Athleten. Zur Begründung nannten die Chinesen "andere Wettbewerbe". Im Januar 1998 war eine chinesische Brustschwimmerin mit Wachstumsampullen vom australischen Zoll erwischt worden.

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