Sport : Auch Marco Baldi muss zahlen

Alba Berlin wird noch ein zweites Mal bestraft

Benedikt Voigt

Berlin - Schon vor dem Bundesligaspiel gegen TBB Trier deutete sich an, dass etwas mit Basketballprofi Michael Bradley passiert sein musste. „Wir begrüßen die verletzten Johannes Herber und Dragan Doijcin in der Halle“, sagte der Hallensprecher von Alba Berlin. Über den ebenfalls fehlenden Centerspieler verlor er kein Wort. Dabei hatte Michael Bradley bereits das Aufwärmen versäumt. „In diesem Moment war klar, dass etwas im Busch ist“, erklärt Patrick Femerling. Der Mannschaftskapitän und seine Teamkollegen erfuhren jedoch erst nach dem Erfolg über Trier (92:81): Bradley hat seinen Vertrag bei Alba aufgelöst.

Was nicht überraschend kommt. Trainer Luka Pavicevic hatte den 28-jährigen ehemaligen NBA-Spieler bereits seit vier Spielen nicht mehr eingesetzt. „Die Dinge haben nicht zusammengepasst, sicher auch, weil der Start nicht gut war“, sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi. Bradley war außer Form zu Trainingsbeginn erschienen, anschließend haben der eigenwillige Pavicevic und er keine Basis zur Zusammenarbeit gefunden. „Das gibt es manchmal, dass es zwischen Spieler, Trainer und Verein nicht klappt“, sagt Femerling. Zwar verliert Alba nach den verletzten Goran Jeretin und Johannes Herber (beide Kreuzbandriss) den dritten Spieler in dieser Saison, dafür bekommt der Verein einen der besser verdienenden Spieler von der Gehaltsliste. „Das war nicht der Vater des Gedankens“, sagt Marco Baldi. Alba sucht weiter einen Aufbauspieler, danach soll darüber befunden werden, ob auch noch ein Flügel- und ein Centerspieler benötigt werden.

Pavicevic war gegen Trier bemüht, seine Emotionen angesichts einer mäßigen Schiedsrichterleistung zu kontrollieren. Einmal sprang er nach einer strittigen Entscheidung hinter die Bank, Athletiktrainer Mihajlo Svraka hielt ihn sicherheitshalber noch fest. Im Spiel gegen Göttingen hatte Pavicevic in der Halbzeit einen Schiedsrichter beschimpft, war nach einem Tritt gegen den Ball aus der Halle verwiesen worden und anschließend für ein Spiel gesperrt worden. Diese Aktion hat nun noch ein weiteres Nachspiel. Weil Marco Baldi auf der Homepage von Alba Berlin den Schiedsrichtern eine „ignorante Attitüde“ bescheinigt hat, hat die Basketball-Bundesliga auch gegen den Berliner Geschäftsführer eine Geldstrafe verhängt. Die Höhe der Strafe wollte die Liga nicht bekannt geben, Alba geht nicht in Berufung. Benedikt Voigt

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