Sport : Auch Mueller trifft beim 7:2 der Eisbären

Der Tabellenführer siegt souverän gegen Iserlohn

Katrin Schulze

Berlin - Richard Mueller konnte es gar nicht schnell genug gehen. Kaum hatte er den Puck im Tor versenkt, schlitterte er mit geballter Faust zu seinen Mannschaftskollegen auf der Auswechselbank, um sich feiern zu lassen. Sie klatschen ihn ab und jubelten. Es war ein besonderes Tor für Mueller, denn bis vor zwei Tagen befand sich der Stürmer noch in Duisburg – die Eisbären hatten ihn für gut einen Monat ausgeliehen. Der ausschweifend gefeierte Treffer war das 2:0 der Berliner beim gestrigen Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters, das die Eisbären schließlich in souveräner Manier 7:2 (3:0, 2:0, 2:2) gewannen.

Mit den Roosters und den Berlinern trafen die offensivstärksten Mannschaften der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) aufeinander: Sie haben die meisten Tore erzielt und ihre Stürmer machen die ersten drei Plätze in der Topscorer-Liste unter sich aus. Doch gestern zeigten die Eisbären den 5000 Zuschauern im ausverkauften Wellblechpalast, worin sich beide Teams unterscheiden. Obwohl die Berliner bisher 20 Tore mehr schossen als die Gäste aus Iserlohn, haben sie dennoch zehn Gegentreffer weniger kassiert. Der Eindruck von Roosters-Trainer Rick Adduono, dass sein Team gegen „bärenstarke Eisbären nur als Außenseiter antritt“, war damit nicht weit her geholt. Und bestätigte sich. Mit schnellem und kombinationssicherem Spiel ließen die Berliner dem Gegner kaum eine Chance. Nachdem Tyson Mulock die Berliner bereits nach 57 Sekunden in Führung gebracht hatte, erhöhte Mueller auf 2:0. In 23 Spielen hatte Mueller für die Eisbären zuvor nur einmal getroffen, nun erzielte er gleich nach seiner Rückkehr den zweiten Saisontreffer. Kurz vor dem Ende eines schnellen und souverän heruntergespielten ersten Abschnitts brachte Brandon Smith die Eisbären mit 3:0 in Führung.

Der Mittelabschnitt gestaltete sich dann hektischer. Eisbären-Kapitän Steve Walker bekam gleich zu Beginn eine Spieldauerstrafe wegen Stockschlags ins Gesicht von Henry Martens. Eine darauf folgende 5:3-Überzahl ließen die Iserlohner indes ungenutzt und mussten wieder zusehen, wie die Eisbären es besser machten: In ihrer doppelten Überzahl überwand Deron Quint den ehemaligen Berliner im Tor der Roosters, Sebastian Stefaniszin. Knappe zehn Minuten später gelang dem Eisbären-Verteidiger dies gleich ein zweites Mal – zum 5:0.

Im Schlussdrittel erzielten Mulock und Frank Hördler das sechste und siebte Tor für die Eisbären, während Iserlohn durch Sean Blanchard und Bob Wren noch das 2:7 gelang. Doch das störte die Eisbären nicht mehr: Mit dem souveränen Sieg bauten sie ihre Tabellenführung in der DEL aus, weil Verfolger Nürnberg gleichzeitig in Augsburg verlor. In einer starken Berliner Mannschaft freute sich besonders Rückkehrer Richard Mueller über den Erfolg, gleich in mehreren Ehrenrunden präsentierte er sich den Berliner Fans.

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