Sport : Auch Stürmer sind Menschen

Mathias Klappenbach

Eine Zeit lang war es in, psychische Probleme anzugeben. Hakan Sükür und Claude Makelele ging es allerdings recht schnell wieder besser, als sie den Verein gewechselt hatten. Andere Fußballprofis wie der ehemalige Hamburger Khalid Boulahrouz sind schon mal plötzlich verletzt, um nicht zum Einsatz zu kommen und somit ihr internationales Startrecht nach dem baldigen, bereits geplanten Vereinswechsel – bei Boulahrouz zum FC Chelsea – zu verlieren. Das mögen keine feinen Methoden sein, aber sie erregen wenig Aufsehen. Beim FC Barcelona geht Samuel Eto’o nun anders vor.

Der zuvor lange verletzte Kameruner hat am Wochenende seine Einwechslung verweigert und anschließend Trainer Frank Rijkaard als „schlechten Menschen“ bezeichnet. Später korrigierte sich Eto’o, er habe nicht den Trainer, sondern einen Mitspieler gemeint. Das hört sich nach der ungewöhnlich stillosen Einleitung eines Abschieds an: Wie an allen Ausnahmefußballern ist Chelsea angeblich auch an Eto’o interessiert.

Doch was kann, außer vielleicht noch bisschen mehr Geld, der Grund dafür sein, dass Eto’o gehen will? Der Fußball des FC Chelsea? Wohl kaum, wenn man beim FC Barcelona spielen darf.

Aber Eto’o darf nicht nur beim FC Barcelona spielen, er muss zusammen mit Ronaldinho spielen. Muss? Nach eigener Aussage findet es Eto’o blöd, nicht „Etodinhoo“ zu heißen. Er leidet wohl darunter, wie all der Ruhm und die Ehre seinem brasilianischen Mannschaftskollegen Ronaldinho zugute kommt. Das Motiv erklärt Eto’os Stil. Es handelt sich schlichtweg um Eifersucht.

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