Sport : Auch unter 3 B Berlin Tischtennis bleibt Halbfinale das Ziel

Friedhard Teuffel

Die besten Berliner Tischtennisspielerinnen lachen jetzt vierfarbig. An Format haben sie auch gewonnen. Es ist nun ein bunter Din-A-4-Prospekt, der sie vorstellt, kein kopiertes Faltblättchen mehr. Seitdem die Tischtennis-Abteilung des Berliner TSC sich von ihrem Mutterverein getrennt und als 3 B Berlin Tischtennis selbstständig gemacht hat, ist zumindest das äußere Erscheinungsbild ein anderes geworden. Die Familiensportart Tischtennis in Berlin doch etwas mehr auszurichten nach den Gesetzen der Vermarktung, das hat sich die neue Vereinsführung vorgenommen.

Es ist aber auch viel gleich geblieben. Die Bundesliga-Mannschaft hat sich kaum verändert. Die Russin Swetlana Bakhtina ist nach Spanien gewechselt, dafür wurde die Deutsche Jugendmeisterin Jessica Göbel verpflichtet. Sie wird allerdings vor allem in der Zweitliga-Mannschaft von 3 B zum Einsatz kommen. Die Kontinuität ist bei den Berlinerinnen Teil des Konzepts: "Wir kennen doch die Wandervögel im Tischtennis-Zirkus, die jedes Jahr den Verein wechseln, weil sie hoffen, woanders ein paar Mark mehr zu bekommen. Das sind nicht die Spielerinnen, die zu uns passen", sagt Manager Rainer Lotsch. Mit der alten Mannschaft ist das alte Ziel verbunden: Halbfinale. Soweit sind die Berlinerinnen auch in der vergangenen Runde gekommen, ehe sie am späteren Deutschen Meister FC Langweid scheiterten. "Wenn wir eine günstige Auslosung erwischen und nicht schon im Halbfinale auf Langweid treffen, haben wir sogar erstmals die Chance, das Endspiel zu erreichen", erklärt Lotsch.

Doch die Ansprüche möchte er nicht zu hoch schrauben. Schließlich ist es keine einfache Saison, die den Berlinerinnen bevorsteht. Weil die Weltmeisterschaften in Belgrad wegen des Balkankriegs abgesagt worden waren, wurde das Turnier in zwei Hälften zerlegt. Die Einzel-Weltmeisterschaft in Eindhoven ist erst vor zwei Wochen zu Ende gegangen und hat damit eine ausführliche Saisonvorbereitung verhindert. "Wir machen es umgekehrt wie in der Trainingswissenschaft vorgegeben. Wir machen erst ein Spiel und gehen dann ins Trainingslager", sagt Lotsch. Unterbrochen wird das Zusammenspiel in der Bundesliga immer wieder durch größere internationale Turniere wie die Olympia-Qualifikation und die Mannschaftsweltmeisterschaft im Winter.

Trainerin Zsuzsa Olah-Vamossy glaubt nicht, dass eine ihrer Spielerinnen das Engagement in der Bundesliga hinter den internationalen Einsätzen vernachlässigen könnte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine von uns auf einmal nicht mehr spielt, weil sie sich auf irgendein Turnier vorbereiten will." Das nächste Spiel ist nicht das schwerste. Der TuS Jahn Soest, den die Berlinerinnen heute (16 Uhr/Anton-Saefkow-Halle) erwartet, verfügt über den geringsten Etat der Liga. Lotsch: "Alles andere als ein klarer Sieg wäre da eine Überraschung."

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