Sport : Auf Augenhöhe

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Berlin. Immer wieder hatte es Gordon Herbert wiederholt, sogar als Alba Berlin auf den fünften Platz in der Basketball-Bundesliga abgerutscht war. „Alba ist so lange Favorit auf den deutschen Meistertitel, bis jemand kommt und Alba schlägt“, sagte der Trainer der Opel Skyliners. Zwar hat seine Mannschaft die Berliner in dieser Saison bereits geschlagen, am 30. März in der Max-Schmeling-Halle (79:71). Doch das war in der Hauptrunde, und die zählt jetzt nicht mehr viel. Allerdings kann nun in den Play-offs Herberts Team tatsächlich dieser „jemand“ sein, der kommt und Albas Ära bei fünf Meistertiteln beendet.

Wenn am Samstag um 14 Uhr in der Frankfurter Ballsporthalle das erste Play-off-Halbfinale zwischen den Opel Skyliners und Alba Berlin startet, begegnen sich zwei Teams auf Augenhöhe. Auf der einen Seite die Frankfurter, das Überraschungsteam dieser Spielzeit, das in der Bundesliga auf Platz eins landete und in der Euroleague nur knapp die Zwischenrunde verpasste. Sogar Kinder Bologna, eine der besten Vereinsmannschaften Europas, hat Frankfurt bezwungen. Auf der anderen Seite die Berliner, der fünfmalige Deutsche Meister, der nach einer schwachen Saison im wichtigsten Moment wieder zu alter Stärke zurückgefunden hat. „Frankfurt ist ein schwerer Gegner, die Serie könnte über fünf Spiele gehen“, sagt Albas Aufbauspieler Mithat Demirel. Die Mannschaft, die als erstes drei Spiele gewonnen hat, steht im Finale. Henrik Rödl ist nach dem Viertelfinal-Erfolg gegen Leverkusen optimistisch. „Wer so ein emotionsgeladenes Duell mit 3:0 gewinnt, der muss einfach toll in Form sein“, sagt Albas Mannschaftskapitän.

Frankfurt schaltete im Viertelfinale Hagen ebenfalls mit 3:0 aus, hatte aber weit weniger Mühe. Trainer Gordon Herbert konnte es sich leisten, seinen deutschen Nationalspieler Pascal Roller im dritten Spiel zu schonen. „Er war leicht verletzt, aber er wird am Samstag dabei sein“, sagt Albas Trainer Emir Mutapcic. Die Skyliners verstärkten sich im letzten Moment mit dem US-Amerikaner Eric Schraeder, der bislang beim Zweitligisten Langen spielte. Der Flügelspieler besitzt einen italienischen Pass. „Wir haben ihn auf Video ausgiebig studiert“, sagt Emir Mutapcic. Es sieht so aus, als lasse Frankfurt im Moment nichts unversucht, um Alba im Halbfinale rauszuwerfen. Schon im Pokalfinale hatten die Skyliners mit Andy Kwiatowsky überraschend einen weiteren Zugang präsentiert. Zudem hatte Trainer Herbert Alexander Lokhmanchuk eingesetzt, von dem er noch am Vortag behauptet hatte, dass er nicht spielen könne. Die Zeit der kleinen Tricks ist gekommen. Genutzt hat es Frankfurt wenig: Mit 100:88 gewann Alba Berlin den Pokal. Benedikt Voigt

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