Sport : Auf Bewährung

German Open der Tennis-Damen steigen auch 2004 in Berlin

Benedikt Voigt

Berlin. Die erste Meldung war falsch. Für drei Jahre sei das Tennisturnier German Open in Berlin gesichert, meldete die „Bild“-Zeitung gestern. Das sei der Inhalt eines Briefes des Deutschen Tennis Bundes an den Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit. Der DTB-Präsident wundert sich. „In dem Brief steht nichts von drei Jahren“, sagt Georg von Waldenfels, „das wüsste ich.“ Immerhin, den Brief gibt es.

Darin erklärt der DTB, dass er auch im kommenden Jahr an den German Open in Berlin festhalten wolle. Das Turnier stand wegen finanzieller Schwierigkeiten vor dem Aus. In diesem Jahr hat es dem finanzschwachen deutschen Tennisverband 400 000 Euro Verlust beschert. Doch nun hat sich der Deutsche Tennis Bund entschlossen, das Turnier dennoch zum 25. Mal durchzuführen. Es soll zwischen dem 3. und 9. Mai auf der Anlage des LTTC Rot-Weiß Berlin am Hundekehlesee stattfinden. „Die Finanzierung ist gesichert“, sagt Georg von Waldenfels, „sonst würden wir es ja nicht machen“. Der DTB hat sich von seinem bisherigen Vermarktungspartner IMG getrennt. Nun geht der Verband selber auf Sponsorensuche.

Das wird schwierig genug. Nach dem Ausstieg von „Eurocard“ fehlt dem Turnier ein neuer Titelsponsor. „Es gibt keinen Hauptsponsor“, sagt von Waldenfels, „wir wollen das auf verschiedene Sponsoren übertragen.“ Dabei setze man auf die Berliner Wirtschaft. Auch die Fernsehübertragungen stehen noch nicht endgültig fest. Vertragspartner des Turniers bleibt wie in diesem Jahr der Spartensender Eurosport. „Wir sind aber in guten Gesprächen mit dem RBB.“ Durch verstärkte Marketingmaßnahmen wolle man auch mehr Zuschauer auf die Tennisanlage von Rot-Weiß locken. In den letzten Jahren waren die Zuschauerzahlen leicht zurückgegangen.

Das finanzielle Konzept klingt einfach. „Wir müssen bei den Kosten sparen und die Einnahmen steigern“, sagt der DTB-Präsident. Darunter könnten auch die Preisgelder fallen, die im vergangenen Jahr 1,224 Millionen Dollar betrugen. „Das ist eine Sache, die man mit der WTA verhandeln muss“, erklärt von Waldenfels. Die Gespräche mit dem Berliner Senat und Sportsenator Klaus Böger seien positiv. „Wir sind froh über die Unterstützung durch den Berliner Senat.“ Inwiefern der Senat das Tennisturnier auch finanziell unterstützt, ist noch unklar. „Wenn der DTB einen Titelsponsor findet und die Fernsehübertragung geklärt ist, werden wir auch einen Teil dazu beitragen“, sagt ein Sprecher von Klaus Böger. Finanzielle Zusagen aber seien noch keine gemacht worden.

Es gibt noch viel zu klären. Dennoch hat sich der DTB für das nächste Jahr festgelegt. Doch die Frage bleibt: Wie lange wird es das Damenturnier in Berlin noch geben? Im Jahr 2004 wird ein Erfolg oder ein Misserfolg der German Open die Antwort bringen.

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