Sport : Auf dem Schleichweg

Mathias Klappenbach

Ist das nun der Anfang vom endgültigen Ende oder der Beginn der Radsportsaison 2007 für Jan Ullrich? Mit seinem Austritt aus dem Schweizer Radsportverband zeigt Ullrich drei Monate nach der Tour de France erstmals ein konkretes Zeichen der Gegenwehr, sogar von Schadensersatzforderungen ist die Rede. Ullrich hakt da ein, wo es legitim erscheint: Bei den widersprüchlichen Äußerungen aus dem für ihn zuständigen Verband, der Ullrich mal eine Lizenz geben will und mal nicht und vor der Eröffnung eines Verfahrens bereits Kommentare zum wahrscheinlichen Urteil verbreitet hat. Das war vorgreifend und in einem rechtlich komplizierten Verfahren mit vielen Instanzen nicht glücklich.

Es ändert aber nichts am Inhalt der Ermittlungsakten der spanischen Polizei mit den vielen starken Indizien gegen Jan Ullrich, auch wenn diese von den Sportgerichten derzeit nicht verwendet werden dürfen. Und es ändert auch nichts daran, dass Ullrich nach einem Verfahren eine Sperre droht, trotz seines Austritts. Zieht Jan Ullrich um und findet einen anderen nationalen Verband, der ihm eine Profi-Lizenz für das nächste Jahr gibt, dann hat er nicht viel gewonnen. Denn es bliebe dann vor allem der Eindruck, dass der Deutsche flieht, um über einen Schleichweg aus einem anderen Land plötzlich wieder angeradelt zu kommen. Es bleibt die Frage, ob sich ein Unschuldiger nicht ganz anders zur Wehr setzen könnte und würde. Und es bleibt natürlich vor allem die Frage, warum Jan Ullrich das nicht tut.

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