Sport : Auf dem Weg der Besserung

Stuttgart schlägt Rostock 2:0 und will Hakan Yakin verpflichten

Oliver Trust

Stuttgart. Irgendwann entfaltete der dauerhafte Zuspruch seine Kraft, auch wenn er nur von der Anzeigetafel kam. Mit einer bemerkenswerten Hartnäckigkeit wünschte im Gottlieb-Daimler-Stadion eine Krankenkasse „Gute Besserung“. Das war auch nötig, weil der VfB Stuttgart 67 Minuten lang erfolglos versuchte, den ganz auf Defensive eingestellten Gegner aus Rostock niederzuringen. Erst dann entschloss sich der Weißrusse Alexander Hleb, eines seiner zahlreichen Soli mit einem Torschuss abzuschließen – und traf. Als dann Kevin Kuranyi (75.) nach einem Freistoß das 2:0 erzielte, kamen wieder zaghafte Jubler unter den 42 000 Zuschauern auf, die lange warten mussten, bis der erste Erfolg nach sechs sieglosen Bundesligaspielen feststand.

Die mit den Neuzugängen Boris Zivkovic und Marco Streller in der Winterpause verstärkten Stuttgarter stehen nun wenigstens bis Sonntagabend auf Rang zwei. „Von der Meisterschaft wollen wir jetzt lieber noch nicht sprechen“, sagte Hleb. „Wir sind erst einmal zufrieden, dass wir gewonnen haben.“ Ähnlich dürfte auch Hakan Yakin gedacht haben. Der offensive Mittelfeldspieler des FC Basel saß mit ernsthaften Wechselabsichten und einem gelben Vip-Bändchen am Arm auf der Tribüne und sah sich sein zukünftiges Team an. Am Wochenende werden kurz vor Ablauf der Wechselfrist wohl die Verhandlungen des VfB-Präsidenten Erwin Staudt mit den Baslern abgeschlossen. 2,25 Millionen Euro soll der Bruder des ehemaligen Stuttgarters Murat Yakin kosten. Der 26 Jahre alte Schweizer Nationalspieler wird einen Dreijahresvertrag erhalten. Nun wird laut Magath entschieden, ob Yakin „schon jetzt wechselt oder erst im Sommer“.

Stuttgart spielte gegen die Acht-Mann-Abwehr der Rostocker oft quer und half sich lange Zeit nur mit meist ungenauen Distanzschüssen. „Wir standen fast über das ganze Spiel zu weit hinten drin“, sagte der Rostocker Trainer Juri Schlünz. Zur Pause schöpfte Magath dann das Auswechselkontingent voll aus und brachte drei neue Akteure: Tiffert, Streller und Gerber. „Die drei Wechsel sollten ein Zeichen sein, dass wir schneller spielen müssen. Ich bin froh, dass es geklappt hat“, sagte Magath.

Weil die Stuttgarter in der ersten Hälfte hinten mit einer Viererkette und nach der Pause mit einer Dreierkette spielten, sagte Magath zufrieden: „Es hilft unserem Spiel in Zukunft sicher weiter, dass wir nun mit zwei Systemen spielen können. Jetzt können wir beruhigt nach Berlin fahren.“

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