Sport : Auf dem Weg nach unten

Der 1. FC Union unterliegt dem VfR Aalen 1:3.

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Union sieht gelb. Der Berliner Terodde im Zweikampf mit Aalens Junglas (l.). Foto: dpa
Union sieht gelb. Der Berliner Terodde im Zweikampf mit Aalens Junglas (l.). Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Vereinzelt nur und auch bloß ganz kurz – aber sie waren doch nicht zu überhören, die Pfiffe, mit denen einige Zuschauer ihren 1. FC Union in die Halbzeitpause schickten. Wie in den vergangenen Begegnungen lief bei den Spielern des Berliner Zweitligisten offensiv nicht viel zusammen und die meisten der 17 236 Zuschauer spürten früh, dass ihnen wohl ein zäher Fußballabend bevorstehen würde. Was sich in den 45 Minuten andeutete, wurde am Ende Gewissheit. Union gelang zwar nach drei Spielen ohne Torerfolg wieder ein Treffer, die Berliner verloren aber völlig überraschend 1:3 (0:0) gegen den VfR Aalen. Damit ist der Rückstand auf die Tabellenspitze weiter angewachsen. Im November holte die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus lediglich einen Punkt und findet sich inzwischen nur noch auf Platz sechs wieder. Das Wort Krise wollte Neuhaus bewusst umgehen, sagte aber: „Das ist keine angenehme Situation. Wir werden uns Gedanken machen müssen.“

Die Verunsicherung der vergangenen Wochen war den Spielern von Beginn anzumerken. Aalen agierte mutig und versteckte sich nicht. Nach zehn Minuten musste Daniel Haas gegen Robert Lechleiter retten, kurz darauf parierte der Berliner Torhüter einen Schuss von Marcel Reichwein. Die Gastgeber brauchten einige Zeit, um ins Spiel zu finden. Adam Nemec bot sich die erste gute Gelegenheit für den 1. FC Union, sein Kopfball ging aber über das Tor. Nemec stand zum ersten Mal seit der Niederlage in Köln wieder in der Startformation. Neben ihm durfte sich Simon Terodde als zweiter Stürmer versuchen. Neuhaus wollte mit seinen kopfballstarken Angreifern über Flanken zum Erfolg kommen, doch die Zuspiele kamen oft zu unpräzise. Vieles, was sich die Berliner an diesem nasskalten, verregneten Abend vorgenommen hatten, ging nicht auf. Mit der Rückkehr zum 4-4-2-System hatte das allerdings nichts zu tun. Es fehlte einfach die Klarheit im Spiel nach vorn, wie Neuhaus bemängelte. Ganz anders die Aalener. Immer wieder setzten sie mit schnell vorgetragenen Kontern Nadelstiche. Defensiv stand Aalen sicher.

Trainer Stefan Ruthenbeck hatte vor seiner Viererkette eine weitere Dreierkette installiert. So wurde der Raum für die Berliner 25 Meter vor dem gegnerischen Tor eng. Lösungsansätze fielen den Unionern gegen die geschickt verteidigenden Gäste nur selten ein. Am ehesten kam Terodde einem Erfolg nahe, sein Kopfball strich aber über das Tor. „Jeder hat gesehen, dass wir uns mit dem Toreschießen enorm schwer tun. Hätten wir die Chancen vor fünf, sechs Wochen bekommen, hätten wir sie rein gemacht“, sagte Neuhaus.

Union hatte mehr Ballbesitz, Aalen konterte und verhielt sich taktisch clever. Das blieb auch in der zweiten Halbzeit so. Nur das Aalen sich jetzt auch für das eigene Spiel belohnte. Enrico Valentini zog nach einem Ballverlust des eingewechselten Köhler nach innen, sein Schuss wurde unhaltbar von Roberto Puncec zum 0:1 abgefälscht. Bei Union ging in dieser Phase aus dem Spiel heraus nichts. So musste mal wieder eine Standardsituation zum Erfolg führen. Torsten Mattuschka verwandelte seinen dritten direkten Freistoß in dieser Saison – 1:1. Die Berliner bekamen das Spiel trotzdem nicht unter Kontrolle, ein Aalener Konter führte über Lechleiter, Reichwein und Valentini zum 1:2. Nun warf Union alles nach vorne, doch es fehlte an Präzision. In der Nachspielzeit kam Stuff nach einem Kopfballduell zu Fall, Schiedsrichter Christian Leicher entschied auf weiterspielen. Den anschließenden Konter verwandelte Aalens Michael Klauß zum 1:3. Sebastian Stier

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