Sport : Auf den Anfang kommt es an Deutsche bauen bei der Ski-WM auf guten Start

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Santa Catarina Hilde Gerg spürt den Druck. Aber sie will nicht darüber sprechen. Bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Santa Catarina (Italien) ist die 29-Jährige die deutsche Medaillenhoffnung im Super-G am Sonntag (11.45 Uhr/ARD und Eurosport). „Es bringt nichts, wenn man sich zu sehr unter Druck setzt“, sagt Gerg. „Ich muss einfach Ski fahren.“ Der deutsche Cheftrainer Wolfgang Maier ist sich der Wichtigkeit eines guten WM-Auftakts bewusst, vor allem, weil das in der Vergangenheit nicht besonders oft geklappt hat. „Wir sind nur selten gut aus den Startlöchern gekommen“, sagt Wolfgang Maier.

Zu präsent ist bei Maier noch die Erinnerung an den Auftakt bei der WM vor zwei Jahren in St. Moritz, als die Deutschen so schlecht abschnitten wie seit 1974 nicht mehr. „St. Moritz hat tiefere Kerben geschlagen, als manche denken“, erklärt Maier. Ein gutes Resultat könnte die Angst nehmen, erneut ohne Medaillen abzureisen, und Selbstvertrauen für die weiteren Wettkämpfe geben: „Es macht das Leben leichter, wenn du weißt, dass du dabei bist.“ Diese Erfahrung machte auch Hilde Gerg: 2001 fuhr sie nach gerade überstandenem Beinbruch ohne große Ambitionen zu den Titelkämpfen nach St. Anton in Österreich. Ihr überraschender Rang drei im Super-G bescherte dem Deutschen Skiverband (DSV) einen glänzenden Auftakt und motivierte das restliche Team. Martina Ertl gewann in der Kombination Gold und Florian Eckert in der Abfahrt überraschend Bronze.

Ein Jahr später reiste Hilde Gerg als Favoritin zu den Olympischen Winterspielen nach Salt Lake City (USA) und zerbrach, in Tränen aufgelöst, als Super-G-Vierte und Abfahrts-Fünfte am selbst auferlegten Druck. „Da war der Fehler, dass ich mir gedacht hab, ich muss unbedingt gewinnen. Ich war übermotiviert.“ Auch diesmal ist Gerg als Siegerin des Super-G-Weltcups in St. Moritz eine der Kandidatinnen für eine WM-Medaille. Martina Ertl gefällt sich indes in der Rolle der chancenreichen Außenseiterin. „Ich lass mich überraschen und sehe es locker und positiv“, sagt die 31-Jährige. „Das ist meine siebte WM, und die will ich schon genießen.“ Als dritte deutsche Fahrerin startet Petra Haltmayr, die allerdings kaum Medaillenchancen hat.

So konzentrieren sich die deutschen Hoffnungen auf Gerg. Aber sie stellt schon vor WM-Beginn klar: „Es geht nicht darum, ob ich eine Medaille für ein Land gewinne. Ich will eine Medaille nur für mich. Da bin ich egoistisch.“ Allerdings war gerade der Super-G in der Vergangenheit immer für Überraschungen gut. „Da habe ich mir die schlechteste Disziplin ausgesucht“, sagt Hilde Gerg.dpa

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