Sport : Auf den letzten Metern

Dai Jin gewinnt das Deutsche Galopp-Derby in Hamburg

Ingo Wolff

Hamburg. Andreas Schütz hielt es nicht im Klubgebäude des Hamburger Rennclubs. Der Galopptrainer rannte in seinem grauen Anzug und den feinen Schuhen auf das matschige grüne Geläuf und umarmte Dai Jin. Der dreijährige Hengst hatte gerade das 134. Deutsche Derby gewonnen. Auch wenn Dai Jin vor dem Rennen zu den Favoriten zählte, war der Ausgang für den Kölner doch letztlich erlösend. Selten war ein Derby so spannend, der Rennverlauf blieb lange offen.

Vor der Zieltribüne führte überraschend Next Gina. Die einzige Stute unter den zwanzig Startern kämpfte mit Storm Trooper um die Führung. Zu diesem Zeitpunkt wähnte sich Schütz bereits als Sieger, denn beide Pferde werden vom Sohn des verstorbenen Bruno Schütz trainiert. Doch auf den letzten Metern stürmte Dai Jin an die beiden Führenden heran und ließ sie fast stehen. Jockey Olivier Peslier ließ sich wohl vom chinesischen Namen Dai Jin (das heißt übersetzt: „und tschüss“) inspirieren.

Ganz konnte Andreas Schütz seinen Erfolg vom Vorjahr allerdings doch nicht wiederholen. Da hatte nämlich nicht nur Next Desert für Schütz gewonnen, sondern gleich drei von ihm trainierte Pferde die Plätze eins, zwei und drei belegt. Diesmal schob sich ein Hengst von der Krefelder Trainerin Erika Mäder dazwischen auf Platz zwei. Storm Trooper mit Jockey Andreas Suborics entschied den kleinen Zweikampf um Platz drei gegen Next Gina mit Andrasch Starke für sich.

Für Schütz ist das nunmehr schon der vierte Derbysieg. Und das erst bei seinem sechsten Derbystart. Auch der siegreiche Jockey Olivier Peslier konnte bereits das Rennen um das Blaue Band gewinnen. 1991 siegte er noch für Bruno Schütz. Nur einer stand zum ersten Mal auf dem Siegerpodest der Rennbahn in Hamburg-Horn: Werner Heinz. Für den Besitzer von Dai Jin ist es der größte Erfolg im Rennsport. „Ich bin erst seit vier Jahren in diesem Sport dabei – und dann gleich dieser große Sieg“, sagte der Sportmanager aus Trier, vom Glück überwältigt, ehe er mit seinem Sohn vor 44 500 Zuschauern über das noch etwas ungewohnte Terrain schritt. Heinz vergaß auch nicht, woher der Erfolg stammt. „Ich danke dem Gestüt Schlenderhan, das mir schon so viele erfolgreiche Pferde verkauft hat“, sagte er.

Nach dem Derbysieg hat sich Heinz auch schon das nächste ehrgeizige Ziel gesteckt: „Der Prix de l’Arc de Triomphe, da möchte ich unbedingt hin.“

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