Sport : Auf den Spuren von Tasmania

Hansa Rostock verliert 0:2 gegen Leverkusen und stellt einen Negativrekord ein

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Es waren nur noch wenige Minuten zu spielen im Rostocker Ostseestadion, und Jörg Berger forderte seine Mannschaft noch einmal engagiert auf zu kämpfen. Wild gestikulierend lief der Trainer von Hansa Rostock an der Seitenlinie entlang. Doch aller Einsatz des 60Jährigen, erst seit wenigen Tagen in Diensten der Norddeutschen, half nichts.  Rostock verlor auch das achte Heimspiel in Folge. Und schreibt mit dem 0:2 gegen Bayer ein außergewöhnliches Kapitel Bundesliga-Geschichte: Die Hanseaten egalisierten den Negativrekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66, in der die Berliner in den ersten acht Heimspielen einmal gewinnen konnten. „Eigentlich interessieren mich Rekorde nicht, aber acht Heimniederlagen in Folge sind schon bedenklich“, meinte ein sichtlich enttäuschter Berger und attestierte seiner Mannschaft ein „ganz, ganz großes psychisches Problem“.

Leverkusen indes punktete in dieser Saison auswärts das erste Mal und ist damit Tabellenzehnter. „Wir haben eine ereignisreiche Woche erfolgreich abgeschlossen“, sagte Bayer-Trainer Klaus Augenthaler. „ Wir haben uns kontinuierlich gesteigert. Erst die Niederlage in Schalke, dann das Remis in Madrid und heute der erste Auswärtssieg.“

Dass Leverkusen gewinnen würde, war zunächst nicht klar. Bis kurz vor dem Führungstor durch Berbatow in der ersten Halbzeit hielt Rostock ordentlich mit. Die Hanseaten zeigten trotz Schwächen in der Abwehr eine engagierte Partie. Doch wie in den Heimspielen zuvor brach die Mannschaft auseinander, nachdem sie in Rückstand geraten war. „Wir haben ganz gut angefangen, doch dann den Faden verloren. Da fühlt man sich schon ein bisschen leer“, sagte Mathias Schober. Dem Torhüter bestätigte Berger als einzigem Rostocker eine ähnlich gute Leistung wie vergangenes Wochenende beim Unentschieden in Berlin.

Der Rest des Teams spielte in der zweiten Hälfte so wie in den sieben Begegnungen zuvor im Ostseestadion: verunsichert und ideenlos. „Was soll ich dazu noch sagen? Wir sind nicht so aggressiv nach vorne gegangen, dass man das Gefühl hätte haben können, dass wir ein Tor schießen“, sagte Hansa-Verteidiger Ronald Maul.

Die Folge: Nach einem sehenswerten Konter erzielte Andrej Woronin Mitte der zweiten Hälfte das verdiente 2:0 für Leverkusen. „Wer das gesehen hat, versteht die Welt nicht mehr“, polterte Berger. Taktische Anweisungen seien nicht befolgt worden. Seine Mannschaft sei ohne Selbstvertrauen gewesen. Den ernüchterten Hansa-Trainer konnte auch die Analyse des Kollegen Augenthaler nicht trösten: „Rostock ist nicht so schlecht, wie es der Tabellenplatz vermuten lässt.“ Hansa ist mit nur neun Punkten Tabellenletzter. „Wir müssen unbedingt anfangen, zu Hause zu punkten. Sonst wird es ganz, ganz schwer“, meinte Berger.

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