Sport : Auf den Spuren von Thomas Haas

Der Name Burgsmüller hat in der Welt des Sports einen vergleichsweise guten Klang. Vor allem liegt das an Manfred Burgsmüller, dem früheren Fußball-Nationalspieler, der noch mit 40 in der Bundesliga aktiv war und aus Jux und Dollerei noch heute ein wenig in der NFL-Europe gegen den Football kickt. Die wenigsten werden bei Burgsmüller an Lars Burgsmüller denken, einen Tennisspieler, der wie sein Namensvetter Manfred aus dem Ruhrgebiet stammt.

Lars Burgsmüller galt einmal als großes deutsches Tennis-Talent. Aber das will nichts heißen: In der Nach-Becker-Zeit wurde jeder als große Hoffnung gefeiert, der bei einem Grand-Slam-Turnier einmal die erste Runde überstanden hat und damit Letzter-vertretener-Deutscher im Wettbewerb war. Burgsmüller ist das bei zehn Versuchen immerhin viermal gelungen. Im vergangenen Jahr hat er in Melbourne und Paris sogar die zweite Runde überlebt.

Trotzdem ist es nicht böswillig, wenn man die Erfolge des inzwischen 26-Jährigen als eher bescheiden einstuft. Daran ändert auch Burgsmüllers Erfolg in Kopenhagen nichts. Zum ersten Mal in seiner Karriere hat er dort gerade ein ATP-Turnier gewonnen. Mit 26, wie gesagt. In der Weltrangliste liegt er jetzt auf Platz 22. Das ist nicht schlecht für das deutsche Tennis, in dem allein Thomas Haas noch die Sehnsüchte des Publikums nach einem Weltklassespieler befriedigt.

Burgsmüller wird von der Deutschen Presse-Agentur als sehr bescheiden beschrieben. Und was macht ein bescheidener deutscher Tennisprofi, der gerade sein erstes Turnier gewonnen hat? Er zieht über den Deutschen Tennis Bund her. Burgsmüller fügt sich damit bestens ein in eine Traditionslinie, die einst von Boris Becker begonnen wurde und danach von Michael Stich, Nicolas Kiefer und zuletzt Thomas Haas erfolgreich fortgeführt wurde. "Ich bin sehr enttäuscht vom Deutschen Tennis Bund und von Michael Stich", hat Burgsmüller in Kopenhagen gesagt. "Ich verstehe nicht, warum er mir gegen Kroatien Alexander Popp vorgezogen hat."

Dass Popp in Kroatien dabeisein durfte, muss man in der Tat nicht verstehen, ebensowenig wie die Nominierung Michael Kohlmanns. Lars Burgsmüller sollte diesen Affront daher nicht hinnehmen. Am besten, er erklärt gleich vorsorglich seinen Verzicht auf weitere Einsätze im Daviscup.

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