Sport : Auf der sicheren Seite

Armin Lehmann

über Klinsmanns Einladung für Markus Babbel Jürgen Klinsmann will 2006 ernsthaft Weltmeister werden. Dieses Ziel zu erreichen, setzt voraus, dass man schon in der Vorbereitung nichts dem Zufall überlässt – um keine Überraschungen zu erleben. Genau aus diesem Grund ist die Personalie Markus Babbel keine große Überraschung. Babbel hat zwar nach der verpatzten Europameisterschaft 2000 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt, und er ist auch schon 33 Jahre alt. Aber Sinn macht seine Einladung zum so genannten Fitnesstest vor dem Länderspiel gegen Slowenien trotzdem. Zwar werden von den 37 geladenen Spielern letztlich nur 20 im Kader für das Testspiel stehen, aber Klinsmann kann sich Babbel nach eigenen Worten auch 2006 im Kader vorstellen. Warum? Weil er mit Markus Babbel mehr richtig als falsch machen kann. Er ist gut integrierbar in Klinsmanns Gesamtkonzept.

Der Bundestrainer sucht charakterstarke, selbstbewusste Spieler. Babbel hat seine schweren Krankheiten – Pfeiffersches Drüsenfieber und eine tückische Nervenkrankheit – überwunden. Das macht ihn stark. Babbel bringt zudem die langjährige internationale Erfahrung mit, die man bei einem harten Turnier braucht und über die im Nationalteam nicht viele verfügen. Die hilft dem Kader auch ohne Stammplatz. In der Innenverteidigung hat Klinsmann außerdem nach der Verletzung Nowotnys neben Wörns keinen wirklichen Routinier.

Was auch immer Klinsmann langfristig mit Babbel vorschwebt, kurzfristig hat er noch ein anderes Zeichen gesetzt: Es gibt keinen Jugendwahn, denn der Bundestrainer will wirklich Weltmeister werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar