Sport : Auf der Straße nach nirgendwo Harte Kritik an Englands Trainer Roy Hodgson

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London - Roy Hodgson wollte nach der Partie von Kritik am Spiel seiner Mannschaft nichts wissen. Gegen die Ukraine reichte es im heimischen Wembleystadion für England nur zu einem 1:1. Dennoch urteilte Englands Coach: „Ich bin nicht bereit zu akzeptieren, dass das keine starke Leistung war“, und blickte optimistisch auf die WM in zwei Jahren: „Ich bin jetzt noch zuversichtlicher, dass wir die Spieler haben, die England nach Rio führen können.“ Anders bewertete die englische Presse den Auftritt der „Three Lions“: „Das sollte eigentlich der Weg nach Brasilien sein, auf dem wir reisen. Stattdessen fühlte es sich wie die Straße nach nirgendwo an“, strafte der „Mirror“ die Leistung der Engländer ab. Und die „Daily Mail“ hieß den seit Mai amtierenden Coach der Briten willkommen: „Dieses Spiel hat Hodgson mit der brutalen Realität des Lebens als England-Trainer vertraut gemacht.“

Es hätte noch schlimmer kommen können, denn der Ukraine fehlten nur wenige Minuten zu einer geglückten Revanche. Bei der EM im eigenen Land vor wenigen Monaten wurden die Gastgeber im Vorrundenspiel gegen England um ein reguläres Tor betrogen. Die Ukraine hätte einen Sieg gebraucht, um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren. Doch verloren sie 0:1. Bis zur 87. Minute am Dienstag sah es nun danach aus, als könnte die Ungerechtigkeit ausgeglichen werden. Doch dann sprang Yewgen Khacheridi der Ball im eigenen Strafraum an die Hand, Frank Lampard verwandelte den Elfmeter. „Der eine Punkt ist am Ende ein gutes Resultat für uns, wenn man bedenkt, dass wir bis kurz vor Schluss 0:1 hinten lagen“, sagte der Torschütze. In der ersten Halbzeit spielten die Ukrainer besser und gingen kurz vor der Pause durch einen 18-Meter-Kunstschuss von Evgen Konoplyanka in Führung. In Hälfte zwei wurde England stärker und glich schließlich verdient aus. Für einen kleinen Aufreger sorgte Steven Gerrard in der Nachspielzeit, als er nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz flog. Nach dem Auftaktsieg in Moldawien und der Punkteteilung jetzt belegen die Engländer in der Gruppe H hinter Montenegro den zweiten Platz, auch die drittplatzierten Polen haben schon vier Punkte auf dem Konto.

Unterdessen hat sich Frankreich keine Blöße gegeben. Vor zwei Jahren testete die Mannschaft im Stade de France gegen Weißrussland. Es war das erste Pflichtspiel des neuen Trainers Laurent Blanc – und ging 0:1 verloren. Seinem Nachfolger Didier Deschamps sollte Gleiches aber nicht passieren. Wieder hieß der Gegner in Paris Weißrussland. Nach einer torlosen ersten Halbzeit gewannen die Franzosen verdient 3:1, Münchens Franck Ribéry traf zum Endstand. Frankreich führt die Gruppe I mit sechs Punkten an. Tsp/dapd

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