Sport : Auf der Suche nach dem deutschen Gegner

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Eine aus deutscher Sicht sehr wichtige Entscheidung fiel in den letzten Vorrundenspielen der Gruppe B. In Daejon standen sich am Mittwoch Spanien und Südafrika gegenüber. Zeitgleich spielte in Seogwipo Paraguay gegen Slowenien. Der Zweitplatzierte dieser Gruppe trifft am kommenden Sonnabend im Achtelfinale auf Deutschland, der Sieger dieser Gruppe spielt am Tag darauf gegen Irland. Spanien benötigte für das Erreichen des ersten Platzes mindestens ein Remis. Südafrika konnte mit einem Sieg an Spanien vorbeiziehen und hätte bei einem Remis den zweiten Platz sicher. Paraguay musste unbedingt gewinnen und zudem auf einen Sieg von Spanien gegen Südafrika hoffen.

4. Minute, Daejon: Erster Rückschlag für Südafrika. Nach einem katastrophalen Fehler von Keeper Arendse erzielt Raul das 1:0 für das spanische Team, bei dem acht Stammspieler geschont werden.

22. Minute, Seogwipo: Gelb-Rote Karte für den Paraguayaner Paredes. Die Südamerikaner stehen ab jetzt nur noch zu zehnt auf dem Platz. Rudi Völler, der oben im Rang Platz genommen hat, wird sich an das Spiel seiner Elf gegen Kamerun erinnern. Gemeinsam mit Bundestrainer Michael Skibbe will der Teamchef den möglichen Achtelfinalgegner der Deutschen beobachten. Von Paraguay sieht er zunächst wenig.

31., Daejon: Ausgleich für Südafrika. McCarthy trifft aus kurzer Distanz. Der Vorsprung auf Paraguay beträgt wieder drei Punkte.

45., Daejon: Mendieta erzielt per Freistoß das 2:1 für Spanien, Acimovic zeitgleich das 1:0 für Slowenien in Seogwipo. Zur Halbzeit hat sich an der Ausgangslage nichts Wesentliches geändert. Spanien wäre Gruppensieger, Südafrika als Zweiter der kommende Gegner der Deutschen.

53., Daejon: Ausgleich für Südafrika durch Radebe. Selbst ein Sieg würde Paraguay zu diesem Zeitpunkt nichts mehr nützen. Ein weiteres Tor für die jetzt gleichwertigen Südafrikaner und Deutschland müsste im Achtelfinale überraschend gegen Spanien antreten.

56., Daejon: Fast im Gegenzug geht Spanien erneut in Führung. Beim 3:2 erzielt Raul seinen zweiten Treffer.

66., Seogwipo: Die nach der Pause verstärkten Angriffsbemühungen der Südamerikaner führen zum Erfolg. Der erst fünf Minuten zuvor eingewechselte Cuevas schafft den Ausgleich für Paraguay. Eine Nation hofft.

74., Seogwipo: 2:1 für Paraguay! Campos trifft. Südafrika liegt jetzt nur noch aufgrund der besseren Tordifferenz vor den Südamerikanern. Sollte Südafrika ein weiteres Tor kassieren, wären beide Mannschaften punkt- und torgleich. Da auch der direkte Vergleich unentschieden ausfällt (2:2 im ersten Vorrundenspiel), müsste das Los entscheiden.

81., Seogwipo: Der Slowene Ceh sieht Rot. Sollte jetzt Paraguay ein weiteres Tor gelingen, läge es auf dem zweiten Tabellenplatz.

84., Seogwipo: Und es fällt tatsächlich! Cuevas trifft zum zweiten Mal. Es steht jetzt 3:1 für Paraguay. In Daejon führt Spanien noch 3:2. Südafrika müsste jetzt den Ausgleich erzielen, um das Achtelfinale zu erreichen. Oder aber die Slowenen treffen.

93.: Schlusspfiff! Beide Spiele sind aus. Paraguay steht im Achtelfinale und trifft dort auf Deutschland. Die Lateirikaner haben es der Regel 17, Art. 28, Punkt 6 (b) des WM-Reglements der Fifa zu verdanken. Die größere „Anzahl der in allen Gruppenspielen erzielten Tore“ verhalf den Südamerikanern zum Sprung auf Rang zwei. Paraguay kam bei 4 Punkten auf 6:6 Treffer, Südafrika mit der gleichen Punktzahl nur auf 5:5.

Rudi Völler war beeindruckt von Paraguay. „Sie haben eine tolle Moral bewiesen, dass sie das Spiel mit zehn Mann umgebogen haben. Und sie haben starke Stürmer“, sagte er. „Das wird ein schweres Spiel“, mahnte Paraguays italienischer Trainer Maldini, der beim ersten Spiel der Südamerikaner gegen Deutschland möglicherweise auf den am Knöchel verletzten Torjäger Cuevas verzichten muss. Sein Star, Torhüter Chilavert, dachte indes schon weiter: „Jetzt gehen wir durch bis ins Finale.“ Tsp

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