Sport : Auf die Balance kommt es an

WM-Serie, Teil 3: Der beste deutsche Fünfkämpfer Eric Walther setzt beim Schwimmen auf Kraft und Ausdauer

Dagny Lüdemann

Am 16. August beginnt in Berlin die Weltmeisterschaft im Modernen Fünfkampf. Sechs Tage lang werden sich die Athleten auf dem Olympiagelände im Schießen, Fechten, Schwimmen, Reiten und Laufen messen. Bis es losgeht, erklärt jeden Tag ein deutscher Fünfkämpfer eine der Disziplinen. Heute: Eric Walther, 32, übers Schwimmen.

„Beim Training merkt man deutlich, dass sich die Disziplinen Konkurrenz machen“, sagt Eric Walther. Der Berliner ist der beste deutsche Fünfkämpfer, Mitte Juli wurde er zum fünften Mal Deutscher Meister. „Zum Fechten braucht man Schnellkraft, zum Laufen Ausdauer und zum Schießen Feinmotorik“, sagt er. Und Reiten sei eigentlich nicht besonders gut für Läufer.

Beim Schwimmen kommt es auf die Ausdauermuskulatur an – und die ist bei Eric Walther sehr gut ausgeprägt. „Allerdings muss man auch genug Kraft haben, um auf den 200 Metern einen Endspurt schwimmen zu können“, sagt er. Zu viel Kraft schadet jedoch der Feinmotorik – das stört dann wieder beim Schießen.

Im Modernen Fünfkampf kommt es vor allem darauf an, die richtige Balance zu finden. Deshalb versucht Walther auch nicht, sich die Technik und die Trainingsmethoden von den Spezialisten der einzelnen Disziplinen abzugucken. „Man muss das Ganze anders trainieren als jemand, der nur eine Sportart macht.“

Schwimmen trainiert er drei Mal pro Woche, zwei Mal in der Schwimmhalle und ein Mal im Strömungskanal am Olympiastützpunkt. Eric Walther liegen die Ausdauerdisziplinen besonders. „Beim Schwimmen und Laufen gehöre ich immer zu den Schnellsten,“ sagt er. Dennoch ist er deutlich langsamer als die Profischwimmer, die sich in nur einer Disziplin messen müssen. Die Topschwimmer bei den Deutschen brauchen für die 200 Meter Langbahn etwa 1:47 Minuten. „Von uns Fünfkämpfern schaffen die Schnellsten die Strecke in rund zwei Minuten“, sagt der Berliner.

Um sich ganz auf den Sport konzentrieren zu können, ging Eric Walther zur Sportfördertruppe der Bundeswehr, wo er insgesamt zehn Jahre lang blieb. Danach fing er ein BWL-Studium an – jetzt ist er im sechsten Semester. Noch ist er in der Regelstudienzeit, trotz intensiven Trainings. „Ich würde das Studium auch gerne in der vorgesehenen Zeit schaffen, denn ich habe ja spät angefangen und wäre dann sowieso erst mit 33 fertig“, sagt er. Im Moment sind Semesterferien und Eric Walther konzentriert sich ganz auf die WM, die zum ersten Mal in seiner Heimatstadt stattfindet. Seit einer guten Woche ist er aus dem Trainingslager in Polen zurück. „Die letzten Tage vor dem Wettkampf bereite ich mich hier in Berlin vor.“ Wenn Walther bei der Weltmeisterschaft auf dem Olympiagelände an den Start geht, werden viele Freunde und seine Familie unter den Zuschauern sein.

Sportlich hat Walther vor allem ein Ziel: Olympia. „Ich hoffe auf eine Platzierung unter den ersten dreien“, sagt er. Gelänge ihm das, wäre er automatisch für die Sommerspiele in Peking qualifiziert. Wenn nicht, will er auf jeden Fall das Weltcupfinale im September gewinnen. „Sieben Plätze werden über die Weltrangliste vergeben, da habe ich ganz gute Chancen“, sagt er. Und auch nächstes Jahr bei der WM qualifizieren sich noch einmal die ersten drei für Olympia.

Morgen: Reiten

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