Sport : Auf die Frau gekommen

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Helmut Schümann über die Wertschätzung für den deutschen Fußball

Gott, wann hat der letzte deutsche Fußballer nach Arkadien rübergemacht? War das Bierhoff, der EinTor-Oliver? Damals, als deutscher Fußball noch etwas galt jenseits der Alpen und auch hinter den Pyrenäen und sogar drüben auf der Insel bei Briten und Schotten. Gestern wurden die Weltfußballer 2003 gewählt. Und? Wo sind unsere Weltstars? Michael Ballack, die deutsche Antwort auf Luis Figo, schaffte Platz zwölf, Oliver Kahn, der Gigant, der Titan, der Zerberus, Platz 13. Chapeau! Made in deutschem Fußball ist wohl kein Gütezeichen mehr.

Wir könnten uns trösten mit Birgit Prinz und ihren weltmeisterlichen Mitstreiterinnen. Fünf von ihnen sind zu finden unter den zehn Besten der Welt, und Frau Prinz ist die Beste der Besten. Deutscher Fußball ist also auf die Frau gekommen, den Chauvi im Fußballfan dürfte das kaum trösten. Und schon greift Italien nach unseren Frauen. Der AC Perugia hat Birgit Prinz angeblich eine Offerte von einer Million Euro unterbreitet. Wir raten dringend ab. Der AC Perugia, das ist jener Klub, bei dem unlängst Saadi al Gaddafi, der Revolutionsführersohn, wegen Dopinggebrauchs unangenehm auffiel. Und das ist der Klub, der schon einmal in einen Wettskandal verwickelt war und dem der Aufstieg in Italiens oberste Liga 1993 verwehrt worden war, weil Präsident Luciano Gaucci den Schiedsrichter mit einem Pferd zu bestechen versucht hatte. Luciano Gaucci ist immer noch am Ruder. Bleiben Sie hier, Frau Prinz, was brauchen Fußballerinnen Pferde. Vielmehr brauchen deutsche Fußballer (männlich) Nachhilfe.

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