Sport : Auf dünnem Ast

Unions Trainer Mirko Votava braucht heute in Fürth endlich den ersten Auswärtssieg

Karsten Doneck

Berlin. Mirko Votavas Argumente sind nicht die schlechtesten. Da denkt manch Verantwortlicher beim abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten 1. FC Union nur noch daran, wie man den Trainer am elegantesten loswerden könne, und dann trumpft der mit dem Hinweis auf: „Wir befinden uns auf dem aufsteigenden Ast.“ Votava hat Recht: Seine Mannschaft hat aus den ersten drei Spielen der Saison keinen einzigen Punkt geholt, jetzt in der Rückrunde gegen die gleichen Gegner aber immerhin schon vier von neun möglichen Zählern. Selbst wenn die eminent wichtige Partie heute bei der SpVgg. Greuther Fürth – das Hinspiel endete 3:0 für Union – verloren werden sollte, wäre die reine Punktebilanz der Köpenicker immer noch besser als am Anfang der Saison.

Mainz 05, Cottbus und Aue – das waren Unions erste Gegner in der Rückrunde. „Da wären andere Mannschaften doch froh, wenn sie aus solchen Spielen vier Punkte geholt hätten“, sagt Votava. Zusätzlich zu diesen vier Zählern hat der Trainer während dieser Woche auch noch für sich den einen oder anderen Sympathiepunkt sammeln können. Nicht jeder Fan war damit einverstanden, wie Präsident Jürgen Schlebrowski nach dem 3:0-Sieg zuletzt gegen Aue erst den Trainer massiv in Frage stellte, dann aber auf einer bis in die Nacht dauernden Sitzung die Kehrtwende vollführte und so tat, als hätte er nie die Trainerdiskussion nach Spielschluss angeschoben.

Der aufsteigende Ast, auf dem Union sitzt, bleibt für Votava äußerst dünn. „Ich weiß, wie es um meine Person steht“, sagt er. Sollte Union in Fürth im zehnten Auswärtsspiel dieser Saison nicht endlich der erste Sieg gelingen, stünde zum x-ten Mal in dieser Saison seine Ablösung zur Debatte.

In seiner 473-tägigen Amtszeit bei Union hat Votava auf alle Fälle eines gelernt: Leidensfähigkeit. „Ich kann eine ganze Menge verkraften“, sagt er.

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