Sport : Auf Gummersbacher Spuren

Fünf Wochen lang hatte er mit seinem Jochbeinbruch zu tun. An Handball spielen war da nicht zu denken. Nun kehrte Stefan Kretzschmar in die Reihen seines SC Magdeburg zurück. Der Linksaußen der Nationalmannschaft hatte gleich einen famosen Auftritt. Mit seinen sechs Toren gewannen die Magdeburger mit 28:25 (11:12) bei Kolding IF und zogen nach dem 29:19-Sieg im Hinspiel ins Finale der Champions League ein. Gegner ist dort am 20./21. und 27./28. April Fotex Veszprem. Die Ungarn waren bereits in den Gruppenspielen Gegner der Magdeburger. Der SCM verlor in Veszprem 20:24, gewann das Rückspiel daheim aber mit 25:22.

In der Saison 1993/94 war im Handball die Champions League eingeführt worden. Seither stand immer eine spanische Mannschaft im Finale. Diese "Gesetzmäßigkeit" wurde nun durchbrochen. Als letzte deutsche Mannschaft hatte der VfL Gummersbach den Wettbewerb der europäischen Landesmeister gewonnen - und das ist nun auch schon 19 Jahre her. "Im Finale ist jetzt alles möglich", freute sich Magdeburgs Kapitän Steffen Stiebler. Und Stefan Kretzschmar kündigt bereits die nächsten Großtaten an: "Meine sechs Tore werden mir Selbstvertrauen geben." Der SC Magdeburg könnte mit einem Europapokal-Triumph zur erfolgreichsten deutschen Mannschaft des letzten Jahrzehnts werden. "Dann", so Manager Bernd-Uwe Hildebrandt, "hätten wir alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt."

Die Magdeburger befinden sich mit ihrer Endspiel-Teilnahme in guter Bundesliga-Gesellschaft. Auch der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt stehen in europäischen Finals. Die Kieler treffen im Endspiel um den EHF-Cup auf ihren Wunschgegner FC Barcelona. Im Halbfinal-Rückspiel konnte sich der THW sogar eine 31:32-Niederlage bei der SG Wallau-Massenheim leisten, da er die erste Partie mit 32:27 gewonnen hatte. Flensburg-Handewitt ließ im Europapokal der Pokalsieger gegen Dunaferr SE erst gar nichts anbrennen und siegte in beiden Vorschlussrundenspielen (25:21, 22:21). Gegner im Finale ist Ciudad Real.

Während sich vier deutsche Klubs auf europäischem Parkett tummelten, schlich die HSG Nordhorn klammheimlich in der Bundesliga erstmals in dieser Saison an die Tabellenspitze. Durch den 30:29-Zittersieg gegen TuSEM Essen am Sonntag baute der Klub, der finanziell schwer angeschlagen ist, seine Serie auf 25:1 Punkte aus den letzten Spielen aus. In der dramatischen Begegnung stellte Frode Hagen vor 4100 Zuschauern mit seinem achten Treffer erst vier Sekunden vor Schluss den Sieg für den Gastgeber sicher. 21 Sekunden vor Ende hatte Oleg Welikki für Essen zum 29:29 ausgeglichen.

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