Sport : Auf Hilfe angewiesen

Die Volleyballer vom SCC hoffen in der Champions League auf Unterstützung aus Treviso

Karsten Doneck

Berlin - Mirko Culic handelte sehr fürsorglich. Weil er fürchtete, dass sich die Rückenprobleme bei Jaroslav Skach bei einer weiteren schweren Belastung verschlimmern würden, besetzte der Trainer des Deutschen Volleyball-Meisters SC Charlottenburg die wichtige Zuspielerposition mit dem jungen Manuel Rieke. Der aber offenbarte im Champions-League-Spiel bei Tours VB große Abstimmungsprobleme mit seinen Nebenleuten. Die Folge: Rieke wurde nach dem zweiten Satz wieder ausgewechselt – zu einem Zeitpunkt, als ohnehin nichts mehr zu retten war. 0:3 unterlag der SCC bei den Franzosen, die Satzergebnisse von 16:25, 17:25, 16:25 waren Ausdruck eines Klassenunterschieds.

Beim SCC war man hinterher bemüht, das Debakel nicht allzu dramatisch zu sehen. „Wir haben nie das Level erreicht, auf dem wir sonst spielen“, sagte Günter Trotz, der Geschäftsführer. Auch Spieler wie Robert Kromm oder Marko Liefke, die in kritischen Phasen eines Spiels durch spektakuläre Aktionen ihre Nebenleute auch schon mal aufrütteln, fanden keine Einstellung zum druckvoll aufschlagenden und angreifenden Gegner. Kromm wurde sogar ausgewechselt, für ihn kam Christoph Eichbaum. Nicht ein einziges Mal lagen die Charlottenburger in Tours in Führung. Kaum zu glauben, dass der SCC neun Wochen zuvor diesen Gegner im Hinspiel in Berlin bei einer 2:0-Satzführung gehörig in Verlegenheit gebracht hatte. Endstand seinerzeit: 2:3. Aber die Franzosen gelten eben auch als sehr heimstark. Vor ihrem eigenen, „mit fast schon südamerikanischem Temperament“ (Günter Trotz) mitgehenden Publikum haben sie in dieser Champions-League-Saison noch keinen Satz abgeben müssen.

Der SCC liegt in seiner Gruppe weiter auf Platz drei, was zum Vordringen in die Runde der besten zwölf Mannschaften in Europa reichen würde. Doch Verfolger Unicaja Almeria kann die Charlottenburger mit zwei Siegen in den letzten beiden Spielen daheim gegen HT Innsbruck (heute) und beim Gruppenzweiten Sisley Treviso (19. Januar) noch abfangen. Der SCC hofft nun vor allem auf Treviso. „Die Italiener können so ein Spiel doch nicht einfach herschenken“, sagt SCC-Manager Kaweh Niroomand. „Das sind doch Profis.“

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