Sport : Auf in die Paranoia

Helmut Schümann

versteht die Klagen des Trainers Klaus Toppmöller nicht Überraschend ist es nicht, dass sich nun der eine oder andere in Verschwörungsphantasien suhlt. Klaus Toppmöller, in Leverkusen tragisch, beim Hamburger SV kläglich gescheiterter Trainer, ist so einer. Er will den DFB verklagen, wogegen vielleicht grundsätzlich nie etwas spricht. Sein Klagegrund und seine Begründung erscheinen allerdings arg konstruiert. Zum einen sieht er ei+nen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem verschobenen Pokalspiel des HSV gegen Paderborn und seiner Wochen darauf erfolgten Entlassung. Die Pokalniederlage habe eine Negativserie ausgelöst. Mag sein. Mag auch sein, dass, sagen wir, Fortuna Düsseldorf heute Champions-League-Sieger wäre, wenn nicht am 13. April 1997 im Bochumer Stadion irgendein Grasbüschel einen Fortunen am Torschuss gehindert hätte. Wahrscheinlicher aber ist es, dass uns, ausgehend vom Skandal um Wettbetrug und Manipulation, Analogien wie die Toppmöllers ans Ende des Fußballs bringen.

Toppmöllers zweiter Klagegrund ist noch abenteuerlicher. Da hat der Mann irgendwo gelesen, dass auch Schiedsrichter Jansen beschuldigt wird (und es ist noch nicht raus, ob diese Beschuldigung nicht einfach nur eine Verleumdung ist). Und nun ist ihm eingefallen, dass eben dieser Jansen in der Saison 2001/02 in letzter Minute dem FC St. Pauli einen Elfmeter zubilligte. Einen, der umstritten war und zu St. Paulis Ausgleich führte. Der, glaubt Toppmöller, hat Bayer Leverkusen die Meisterschaft gekostet. Die Begegnung fand allerdings schon am 23. Spieltag statt, elf Spieltage vor der Titelvergabe. So etwas kommt eben nicht immer von so etwas.

Ein Anfang aber ist gemacht. Stürzen wir uns in die Paranoia. War schon komisch dieses Kopfballeigentor des Cottbuser Torwarts Piplica vor drei Jahren...

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