Sport : Auf keinen Fall unentschieden

Nach dem 0:0 gegen Stuttgart freut sich Hertha auf ein Pokalspiel mit Sieger

Michael Rosentritt

Berlin - Was macht ein Trainer mit einem 0:0? Lobt er seine Verteidigung, weil sie kein Gegentor zugelassen hat, oder kritisiert er die offensive Abteilung seiner Mannschaft, weil sie a) zu wenig Chancen erspielt hat und b) die wenigen nicht genutzt hat? Falko Götz musste sich in den vergangenen Wochen solche Fragen öfter stellen, als ihm lieb war. Das 0:0 seiner Mannschaft von Hertha BSC am Sonntag gegen Stuttgart war das fünfte Unentschieden im fünften Saisonspiel. „Es nervt langsam“, sagt Götz, „überall wird man drauf angesprochen.“

Dieses Mal hat es Falko Götz etwas leichter, was in erster Linie Umständen geschuldet ist, für die wiederum er nichts kann. Seine Mannschaft bestreitet schon am Mittwoch ein DFB-Pokalspiel in Braunschweig. Dieser Wettbewerb zieht einen nicht zu vernachlässigenden Reiz daraus, dass es am Ende des Spiels immer einen Sieger und einen Verlierer gibt. Notfalls entscheidet das Elfmeterschießen. „Dieses Spiel ist für uns sehr wichtig und bietet der Mannschaft die Chance, mit dem Siegen anzufangen“, sagt Götz. Ihm und der Mannschaft zu Gute kommen könnte noch ein anderer Aspekt. Nando Rafael, der seine Elf durch seinen Platzverweis noch vor der Halbzeitpause schwächte, wird am Mittwoch von Beginn an spielen. „In Braunschweig kann er zeigen, wie sehr ihm daran gelegen ist, die Sache vom Sonntag wieder gutzumachen“, sagt Götz. Eine seltene, aber durchaus interessante Disziplinarmaßnahme. Die eigentliche Strafe des jungen Angolaners aber „wird obligatorisch über die Mannschaftskasse geregelt“, sagt der Trainer. Solche Undiszipliniertheiten „werden wir im Keim ersticken“.

Herthas Trainer spricht verhältnismäßig offen über die momentane sportliche Situation. Ein Unentschieden in Unterzahl gegen eine spielstarke und taktisch versierte Spitzenmannschaft wie Stuttgart sei so schlecht nicht, nur „hilft es uns in der Gesamtlage nicht viel weiter“. Nach dem fünften Spieltag ist der Berliner Bundesligist auf Rang 14 in der Tabelle abgerutscht. „Das ist eindeutig nicht das, was wir wollten“, sagt Götz.

Vier Gegentore in fünf Spielen hören sich gut an und zeugen auch davon, dass Hertha über eine gute Organisation in der Defensive verfügt, „nur müssen wir einfach besser nach vorn spielen“. Dazu gehört, dass die Spieler das, was sie sich im Training aneignen, später im Wettkampf umsetzen. Doch weder Flanken noch gefährliche Standards waren gegen Stuttgart zu sehen. „Das haben wir nicht so gut hinbekommen“, sagt Götz.

Wie auf Bestellung werden Mannschaftskapitän Arne Friedrich und der kreative Mittelfeldspieler Yildiray Bastürk ins tägliche Training einsteigen. Das Spiel in Braunschweig kommt für die beiden vielleicht etwas zu früh, da Götz unter keinen Umständen eventuelle Rückfälle riskieren will. „Das sind zwei sehr wichtige Spieler für uns“, sagt Götz, „wenn die beiden dabei sind, ist mir um die nächsten Spiele nicht bange. Wir werden auch wieder gewinnen.“

Auch Dick van Burik will sich vom mittelmäßigen Start in die Saison in seinem Optimismus nicht erschüttern lassen, gleichwohl sagt der Abwehrchef: „Wenn du in Braunschweig nicht gewinnst, hast du die gleiche Situation wie vor einem Jahr.“ Nach dem fünften Spieltag der Vorsaison lag der Verein auf einem Abstiegsplatz, den er erst am vorletzten Spieltag endgültig verließ.

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