• Auf Kufen im Gefrierschrank - Stuttgarter Kickers 1:0-Sieg über Freiburg in der Kritik

Sport : Auf Kufen im Gefrierschrank - Stuttgarter Kickers 1:0-Sieg über Freiburg in der Kritik

Elmar Dreher

Im fast schon als Gefrierschrank zu bezeichnenden Waldaustadion haben die Stuttgarter Kickers gestern Abend mit dem SC Freiburg den dritten Bundesligisten aus dem DFB-Pokal geworfen und das Halbfinale erreicht. Der abstiegsbedrohte Zweitligist setzte sich bei irregulären Bedingungen in einem wahren Schlittschuhlauf verdient mit 1:0 (1:0) durch. Rund 11 000 Zuschauer feierten nach dem Tor von Tomislav Maric eine vorweihnachtliche Bescherung der "Kickers", die wie 1987 wieder vom Endspiel in Berlin träumen dürfen. Ihr Schachzug war aufgegangen, lieber auf dem hartgefrorenen Boden in der eigenen Arena zu spielen, anstatt in das benachbarte und mit einer Rasenheizung ausgestattete Daimlerstadion des ungeliebten Konkurrenten VfB auszuweichen.

"Das ist eine Lotterie. Es ist unverständlich, dass hier gespielt wird, wenn man vier Kilometer entfernt ein Stadion mit Rasenheizung hat", wetterte Freiburgs Trainer Volker Finke nicht ganz zu Unrecht. Stundenlang hatten am Vormittag Freiwillige versucht, Rasen und Tribüne von der etwa zehn Zentimeter dicken Schneedecke zu befreien. Noch kurz vor dem Anpfiff wurden gefrorene Flächen mit Sand bestreut, um den Akteuren wenigstens ein bisschen Standfestigkeit zu bieten. Doch selbst der Linienrichter landete unverhofft einmal auf dem Hosenboden.

Finkes Kritik konnte man in der Tat nachvollziehen. Auf dem knochenharten und rutschigen Boden waren dem Zufall Tür und Tor geöffnet, für das Freiburger Kurzpassspiel war der Untergrund reines Gift. Dennoch waren die Badener über weite Strecken die bessere Mannschaft, verpassten aber bei einem Lattenkopfball von Steffen Korell (14.) die frühe Führung. Treffsicherer entpuppte sich der von mehreren Bundesligisten umworbene Stuttgarter Torjäger Tomislav Maric, der die zweite Kickers-Chance zum 1:0 verwertete. Freiburgs Torhüter Richard Golz konnte nach einem Eckball von Adnan Kevric den Kopfball von Darko Ramovs noch abwehren, war aber gegen Marics Nachschuss machtlos.

Nach dem Seitenwechsel bemühte sich der Bundesligist aus Freiburg nach Kräften um den Ausgleich, kam aber gegen den gut stehende Abwehrblock der Hausherren selten zu Möglichkeiten. Die beste davon vereitelte Torhüter Bernd Kraus, als er sich dem heranstürmenden Zoubaier Baya entgegenwarf.

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