• Auf Marc Huster und René Weller ruhen die deutschen Hoffnungen bei der WM im Gewichtheben

Sport : Auf Marc Huster und René Weller ruhen die deutschen Hoffnungen bei der WM im Gewichtheben

Marc Huster freut sich auf das Duell mit dem "Michael Schumacher Griechenlands", Ronny Weller vertraut auf den - Mond: Deutschlands beste Gewichtheber sollen bei der WM in Athen (21. bis 28. November) wieder einmal die Kastanien aus dem Feuer holen. Im achtköpfigen Männer-Aufgebot ist das erfolgreiche Duo Garant für die Olympia-Qualifikation. Platz sechs in der Nationenwertung, der zur Entsendung einer kompletten Staffel von acht Hebern nach Sydney berechtigt, ist ohne den verletzten Olympia-Dritten Oliver Caruso aber kein Thema mehr. Jetzt lautet das Ziel des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (BVDG) Platz sieben bis zwölf. Dann dürften noch sechs Athleten nach Australien reisen. Nach Berechnung des BVDG ist das deutsche Team derzeit Neunter.

Huster und Weller sind die einzigen Medaillen-Kandidaten im Team. Der mittlerweile pralle 150 kg wiegende Superschwergewichtler Weller hat sich in seiner Vorbereitung auf WM und Olympia den Mond zum Verbündeten gemacht. "Bei zunehmendem Mond nimmt der Körper Belastungen besser auf. Bei abnehmenden Mond wird die Intensität zurückgefahren. Mein Trainingsplan ist darauf abgestimmt", erklärte der 30-jährige Weltrekordhalter (465,0 kg) aus Mutterstadt sein Bündnis mit den Naturkräften: "Bis jetzt bin ich damit verletzungsfrei durchgekommen."

Der 1994 erlittene komplizierte Sehnenabriss im Knie, der den Olympiasieger von 1992 anderthalb Jahre außer Gefecht gesetzt hatte, sei beispielsweise in der ungünstigen Mondphase passiert. Eingeweiht in die Geheimnisse hat ihn der in Mainz lebende Deutsch-Russe Eugen Fröhlich. Der Heilpraktiker stützt sich auf eine Lehre, die er sich bei einem 15-jährigen Aufenthalt in einem tibetanischen Kloster angeeignet hat.

Huster dagegen schaut weniger nach den Gestirnen. Der für den Riesaer AC startende Dresdner blickt vielmehr auf seinen ärgsten Konkurrenten im Kampf um den WM-Titel. Ausgerechnet in der "Höhle des Löwen" muss sich der Sachse mit dem griechischen Olympiasieger Pyrros Dimas messen. "10 000 Zuschauer werden in der Halle sein. Dimas ist der Michael Schumacher Griechenlands. Der hat einen Bekanntheitsgrad von 105 Prozent", scherzte Huster. Doch der Olympia-Zweite und Europameister der vergangenen drei Jahre lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: "Ich gehe davon aus, dass ich recht beliebt in Griechenland bin. Pyrros ist mein Freund. Drei Mal war ich bereits auf Einladung in Athen. Die Leute erkennen mich schon auf der Straße."

Cheftrainer Frank Mantek lobte Huster in höchsten Tönen: "Er ist in einer absolut guten Verfassung. Wer Weltmeister werden will, muss ihn schlagen." 392,5 kg (Reißen 177,5/Stoßen 215,0) hat sich Huster für die WM in der Klasse bis 85 kg vorgenommen. Zweikampf-Weltmeister war der Hobby-Sänger erst einmal: 1994 in Istanbul.

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