Sport : Auf Rekordkurs

Felix Meininghaus

Wohl dem, der Fußballspiele mit einem so unerschütterlichen Selbstbewusstsein bestreitet, dass ihm eigentlich kaum etwas passieren kann. "Zurzeit", sagt Lars Ricken, der Nationalspieler in den Diensten von Borussia Dortmund, "gehen wir raus und wissen, dass wir gewinnen werden, auch wenn es nicht so glanzvoll aussieht." So wie beim 1:0 (0:0)-Erfolg über den Hamburger SV, zu dem Ricken vor 67 500 Zuschauern im Westfalenstadion in der 50. Minute das Tor des Tages beisteuerte. Es war der sechste Sieg in Folge für die Dortmunder, und das bedeutet Bundesliga-Rekord für den BVB.

Zur beeindruckenden Serie gesellen sich zwei Siege im Uefa-Pokal gegen den FC Kopenhagen, und - was besonders imposant anmutet - das Team von Matthias Sammer kassierte in diesen acht Partien nur ein einziges Gegentor. Imposante Zahlen sind das, die Borussia Dortmund da vorzuweisen hat. Die Statistik spricht eindeutig für die Klasse des Börsenklubs, der im Laufe der Woche erstmals klar vernehmbare Titelambitionen geäußert hatte.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Die Art und Weise, wie sich die Mannschaft gegen Hamburg über weite Strecken präsentierte, war allerdings nicht berauschend. Sammer hält es nach dem Zittersieg für "absolut übertrieben, von einer großen Mannschaft zu sprechen". Es war vor allem in der zweiten Hälfte ein glücklicher Erfolg gegen einen Gegner, der couragiert und kampfstark agierte. Mit der knappen Führung im Rücken stellten die Gastgeber fast eine halbe Stunde lang jegliche Bemühungen ein, das gegnerische Tor zu attackieren und ermöglichten ihren Gegnern eine Vielzahl bester Einschussmöglichkeiten. Doch Sergej Barbarez, Jörg Albertz, Roy Präger und Milan Fukal mochten das großzügige Angebot, in Dortmund zumindest einen Teilerfolg zu erstreiten, aus unerfindlichen Gründen nicht annehmen. HSV-Trainer Kurt Jara erlebte "in den acht oder neun Wochen, die ich jetzt hier bin, noch kein Spiel, in denen wir so viele Chancen hatten". Und Kapitän Albertz war sich sicher, dass sich "die Dortmunder nicht hätten beschweren dürfen, wenn wir hier sogar einen Sieg rausgeholt hätten."

Doch zurzeit läuft es einfach für den BVB. Zudem verfügen die Westfalen mit Jens Lehmann über einen Torhüter, der sich in exzellenter Verfassung präsentiert. Bereits zum neunten Mal blieb der Mann hinter Oliver Kahn in dieser Spielzeit ohne Gegentor, auch diese Bilanz ist rekordverdächtig. Der ehemalige Buhmann ist in Dortmund auf dem besten Wege, zum Volkshelden zu werden. Sammer hält den streitbaren Keeper mit der tollen Bilanz mittlerweile sogar für ein "absolutes Vorbild".

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