Sport : Auf Sand gespielt

Zwei Freunde wollten Beachvolleyball im Verband voranbringen – nun sind sie zerstritten

Felix Meininghaus

Münster. Es hätte so schön sein können. Der Präsident und der Ehrenpräsident, zwei alte Freunde, arbeiten gemeinsam zum Wohle des Beachvolleyballs – so war es geplant. Doch nun kam es anders. Werner von Moltke, Präsident des Deutschen Volleyball- Verbandes (DVV), hatte Roland Mader engagiert. Die nationale Mastersserie war in Finanznöten. Mader sollte als erfolgreicher Sportvermarkter helfen, dass es wieder aufwärts geht. Doch was sich Ende Oktober vergangenen Jahres hoffnungsvoll anhörte, ist kaum vier Monate später bereits zerbrochen. Inzwischen hat Mader sein Mandat, die Mastersserie, die jährlichen Grand-Slam-Turniere des Weltverbandes sowie die WM 2005 in Berlin zu vermarkten, an den DVV zurückgegeben. Seiner Meinung nach ist eine konstruktive Zusammenarbeit „zwischen uns ganz offensichtlich nicht möglich“.

Dabei hatte es am 10. November des vergangenen Jahres noch ganz so ausgesehen, als bestünden glänzende Aussichten, Beachvolleyball erfolgreich zu positionieren. In Berlin saßen von Moltke und Mader mit Abgesandten von Großunternehmen, um über Sponsorenverträge zu verhandeln. Das Interesse schien groß zu sein, insbesondere vom Automobilhersteller VW. Einen Haken, so gab von Moltke in Berlin zu bedenken, gäbe es jedoch: Daimler Chrysler sei im Besitz eines Vorrechts, als WM-Sponsor fungieren zu dürfen. Genau diese Option ist zum Knackpunkt der Beziehung zwischen von Moltke und Mader geworden. Während Mader berichtet, von Moltke habe versichert, er könne die Entscheidungsträger von Daimler Chrysler zum Verzicht auf die Option bewegen, beteuert von Moltke, dies „in dieser Form nie gesagt zu haben“. Vielmehr habe er deutlich gemacht, dass er erst mit Daimler Chrysler rede, „wenn ich eine Zusage von VW habe“.

Doch Daimler Chrysler dachte mitnichten daran, von seinem Vorrecht zurückzutreten. Gleichzeitig machte der Konzern deutlich, er sei an den Masters nicht interessiert – und wenn, dann nur für einen Preis weit unter dem Marktwert. Für Mader bedeutete das ein Desaster, schließlich hatte er die Verhandlungen mit VW inzwischen weit vorangetrieben: Allein die Mastersserie wollten die Wolfsburger mit einer Million Euro unterstützen. Doch da VW nur am gesamten Paket inklusive der WM interessiert war, platzte der Deal.

Das hat fatale Folgen für die Ausrichter und den Verband. Derweil versucht der DVV, seinen Schaden zu minimieren. Eine Sportagentur soll nun Beachvolleyball vermarkten. „Wir sind in guten Verhandlungen“, sagt von Moltke. Nach dem Stand der Dinge wird die Serie durchgeführt, allerdings in reduzierter Form: Drei der acht Masters-Turniere werden gestrichen, die deutschen Meisterschaften finden wie geplant in Timmendorfer Strand statt.

Auch wenn die Tournee damit gerettet ist, bleibt ein Imageverlust. Mader sagt, er müsse „diese Niederlage jetzt erst mal verkraften“. Trotz des abrupten Endes der Zusammenarbeit will er mit seinem „alten Kumpel von Moltke“ befreundet bleiben. Allerdings hat sich Mader erst mal eine „konstruktive Funkstille“ verordnet: „Derzeit rede ich nicht mit dem Werner, um später wieder mit ihm reden zu können.“ Von Moltke, der vergangenes Jahr Maders Wahl zum Ehrenpräsidenten des DVV forciert hatte, geht dagegen auf Distanz. Sein Verband denke darüber nun nach, „wie der Schaden reguliert werden kann“, sagt er.

Dass sich die beiden ehemaligen Freunde das nächste Mal vor Gericht wiedersehen, scheint nicht abwegig. Denn von Moltke sagt: „Regressansprüche an die Adresse Maders sind nicht ausgeschlossen.“

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