Sport : Auf Schnäppchenjagd

Die SCC-Volleyballer verpflichten drei neue Spieler

Karsten Doneck

Berlin - Aufgefallen war Milan Vasic dem SC Charlottenburg schon früh. Als der Berliner Volleyball-Bundesligist im Januar 2005 Unicaja Almeria aus Spanien zum Champions-League-Spiel empfing, da beeindruckte auf der anderen Seite des Netzes ein Serbe mit Schlaghärte und Schnelligkeit. Sein Name: Milan Vasic. Ein paar Wochen später bemühte sich der SCC schon, diesen Vasic zu verpflichten. Vergeblich. „Er hat damals zu hoch gepokert“, erinnert sich SCC-Manager Kaweh Niroomand. Vasic landete, wohl des Geldes wegen, in Korea und zuletzt in Dubai. Sportlich entsprach das Engagement dort offenbar nicht ganz seinen Vorstellungen. Weshalb der Diagonalangreifer jetzt froh war, als der SCC noch einmal bei ihm vorsprach. Diesmal steht seiner Verpflichtung nichts im Wege. „Wir sind uns einig. Der fertige Vertragsentwurf liegt vor, er erhält bei uns einen Vertrag über zwei Jahre“, sagt Niroomand.

„Für mich ist es ein Traum, in einer Stadt wie Berlin zu spielen“, hat Vasic gesagt. Den lukrativen Neuzugang verdanken die Charlottenburger auch ihrem Mittelblocker Aleksandar Spirovski. Den verbindet eine Freundschaft mit dem 26-jährigen Vasic, der auf der Diagonalen Jovan Vukanovic ersetzen wird, für den der SCC nach einer Saison keine weitere Verwendung mehr hatte. Auf dieser Position hat Trainer Michael Warm noch eine weitere Alternative: Falko Steinke. Der erholt sich aber derzeit von einem Innenband- und Kreuzbandriss und ist wohl frühestens Ende September wieder voll einsatzfähig.

Auch bei den Außenangreifern gibt es beim SCC Veränderungen. Nachdem der Verein sich vom Griechen Athanasios Panousos getrennt hat, wurden Mark Dodds und Alexej Gutor verpflichtet. Beide sind Mitte zwanzig. Dodds ist aktueller kanadischer Nationalspieler. Gutor stammt aus Kiew und war zuletzt drittbester Angreifer in der College-Meisterschaft der USA. Damit ist die Einkaufspolitik des SCC für die nächste Saison fast abgeschlossen. Noch einen weiteren Angreifer wird der Verein möglicherweise unter Vertrag nehmen. Davon hängt auch ab, ob die Verträge mit Sebastian Prüsener und Dirk Westphal noch einmal verlängert werden. Die Entscheidung darüber fällt Mitte nächster Woche.

Kaweh Niroomand erlebte die Spielersuche für die kommende Saison als ungewöhnlich harte Herausforderung. „Noch nie habe ich dabei so viele Schwierigkeiten gehabt wie diesmal“, sagt der Manager. Die Professionalisierung im Sport habe längst auch den Volleyball erfasst. Jeder halbwegs interessante Spieler habe inzwischen einen Berater, „manche sogar zwei“, so Niroomand, „und da weiß dann der eine nichts von dem anderen“. Außerdem gibt es Länder, in denen mittlerweile Summen gezahlt werden, die vor wenigen Jahren im Volleyball völlig undenkbar waren. Nicht nur in Italien, auch in Russland oder Polen können gute Spieler Traumgagen erzielen. So wurde unlängst kolportiert, dem deutschen Nationalspieler Jochen Schöps vom VfB Friedrichshafen sei aus Russland ein Jahressalär von einer Million Euro geboten worden. Die Meldung wurde von Schöps umgehend dementiert, aber eine halbe Million wird dem Spieler der inzwischen unterzeichnete Vertrag bei Iskra Odintsovo wohl einbringen.

„Wir haben darauf geachtet, kein allzu großes finanzielles Risiko einzugehen, und uns nach sogenannten Schnäppchen als Verstärkungen umgeschaut“, sagt hingegen Niroomand. Der Etat des SCC für die nächste Saison wächst bescheiden: von knapp 800 000 Euro auf 820 000 Euro. „Und 80 Prozent davon sind schon gedeckt“, sagt Niroomand.

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aus dem Berliner Sport:

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