Sport : Auf und nieder, immer wieder

Der 1. FC Köln feiert die Rückkehr in die Bundesliga mit einer gewissen Routine

André Görke[Aue]

Wer am späten Montagabend keinen akuten Bandscheibenvorfall nachweisen konnte, musste sich den Gymnastikübungen des Kölner Vorsängers fügen. „Erst steigen wir ab, dann steigen wir wieder auf“, sangen die Fans des 1. FC Köln, um dabei erst in die Hocke zu gehen und anschließend in die Luft zu hüpfen. Auf und ab, rauf und runter, Minuten lang, frei nach der Melodie von „Polonaise Blankenese“. Der Refrain lautete: „Ja, das ist lustig, das ist ein neuer Trend!“

Am Montag ist es für die Rheinländer mal wieder aufwärts gegangen. In Aue feierten 1000 Kölner Fans nach Abpfiff ihre Mannschaft, die zuvor mit einem 2:1-Sieg im Erzgebirge die erneute Rückkehr in die Erste Liga perfekt gemacht hatte. Mit Drei-Liter-Kölschstangen rannten die Spieler über den Platz, kippten einige der Getränke über den Kopf ihres Trainers Huub Stevens und eilten dann angeheitert zu ihrem Charterflugzeug, das sie in die Heimat brachte. Zwei Stunden nach Mitternacht ging die Party im „Geißbockheim“ weiter, noch lange kreisten die Gläser im Stadtteil Lindenthal.

Drei Spieltage vor Saisonende kann der Klub für die Bundesliga planen. Wie das geht, wissen die Verantwortlichen, für den FC war es schließlich die dritte Rückkehr nach 2000 und 2003. Die Lizenz hat die Deutsche Fußball-Liga bereits erteilt, Köln kalkuliert in der Ersten Liga mit 43 000 Zuschauern und einem Etat von 41 Millionen Euro.

Auf und ab, rauf und runter. Als der FC vor zwei Jahren den Aufstieg feierte, riefen die Fans beim letzten Zweitligaspiel in Burghausen: „Nur ein Jahr, dann sind wir wieder da!“ So kam es schließlich, und deswegen sind viele Fans jetzt skeptisch. Zu selten hat die Mannschaft guten Fußball gezeigt, der Anlass für etwas Hoffnung geben würde, nicht sofort wieder in die Zweite Liga abzusteigen.

Neue Spieler sollen kommen, auch ein neuer Trainer. Stevens wird den Klub verlassen und zu seiner kranken Frau nach Holland zurückkehren. „Der Knurrer aus Kerkrade“ wird Stevens in Köln zuweilen genannt, weil er ständig mit dem Boulevard stänkert und oft direkt argumentiert. In Aue aber wollte niemand Streit, als Stevens wieder begann, auf die Presse zu schimpfen. Spät in der Nacht hatte Stevens sein Lächeln wieder gefunden. Als die Fans die Mannschaft am Flughafen Köln/Bonn empfingen, war Stevens der Erste, der aus dem Sicherheitsbereich hervortrat. Er trug eine große, rote FC-Fahne in der Hand. Und grinste.

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