Sport : Auf Wiedersehen, Hamburg

Die Eisbären werfen die Freezers im Viertelfinale aus der Meisterschaft und träumen nun vom Titel

Claus Vetter

Berlin. Schön anzusehen war es nur selten, aber dafür sehr erfolgreich für den EHC Eisbären. Und das ermutigte die zunächst erstaunlich leisen Fans gestern im Sportforum schon mal den kommenden Meister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zu feiern. Der kommt nach Meinung der Eisbären-Anhänger aus Berlin. Freilich, so weit ist es noch nicht ganz, aber immerhin ist der Klub aus Hohenschönhausen seit Freitag im Halbfinale. Denn mit einem klaren 4:0 (0:0, 3:0, 1:0)-Erfolg setzten sich die Berliner im fünften Spiel der nach dem Modus Best of Seven gespielten Viertelfinal-Serie gegen die Hamburg Freezers durch. Für die Hamburger ist die Saison beendet, die Berliner treffen nach ihrem entscheidenden Sieg nun auf die Krefeld Pinguine oder die Kassel Huskies.

Es dauerte bis zur 31. Minute, ehe die bis dahin äußerst verkrampft und wenig stimmungsvoll gestaltete Partie etwas Glanz verliehen bekam. John Emmons hatte nach einem sehenswert vorgetragenem Konter das 1:0 für die Berliner erzielt. Bis zum Führungstor der Eisbären hatten die Hamburger mehr Chancen gehabt, doch der herausragende Richard Shulmistra im Berliner Tor hatte den Rückstand verhindern können. Doch auch nach dem Gegentor wollte sich der Außenseiter nicht geschlagen geben, und Shulmistra hatte bei einem Pfostenschuss Glück. Immerhin, die Partie wurde dadurch etwas attraktiver. Zuvor war das Geschehen immer wieder von den Akteuren beider Teams mit lächerlichen schauspielerischen Einlagen garniert worden, es sollten Strafzeiten geschunden werden. Schiedsrichter Thomas Schurr behielt aber einigermaßen den Überblick – ebenso die Eisbären in spielerischer Hinsicht. Als der Hamburger Alexander Sulzer auf der Strafbank saß, krönte Rob Shearer in der 36. Minute ein gelungenes Berliner Überzahlspiel mit dem 2:0.

Spätestens nachdem Rob Leask zwei Minuten später zum dritten Tor getroffen hatte, war alles entschieden. Und so kamen die 5000 Zuschauer noch in den Genuss eines belanglosen letzten Drittels, in dem Florian Keller zum 4:0 für die Eisbären traf, und in dem die Fans nun doch ordentlich Krach veranstalteten. Zu Recht: Schließlich haben die Eisbären mit dem gestrigen Sieg den größten Erfolg seit der Saison 1998/99 geschafft. Damals standen die Berliner letztmalig im Halbfinale der DEL. Und so fielen auch die Ehrenrunden der Berliner Spieler nach der Schlusssirene etwas ausführlicher aus als sonst.

Nach dem Triumph hat die Mannschaft von Trainer Pierre Pagé nun eine Woche Zeit zum Verschnaufen. Erst am kommenden Freitag geht es weiter. Dann kommen entweder die Krefeld Pinguine, die sich gestern in ihrer Serie gegen Düsseldorf durchsetzen konnten, oder die Kassel Huskies, die am Sonntag ihr sechstes Spiel gegen die Kölner Haie bestreiten müssen, nach Berlin. Und im Sportforum dürfte wieder einiges los sein.

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