Sport : Auf zur nächsten Runde

Die Trainer wechseln weiter: Freiburgs Dutt zieht es nach Leverkusen, Heynckes dafür wohl zu Bayern

Carsten Eberts[München]
Wohin des Wegs? Robin Dutt (oben) war bei vielen Vereinen im Gespräch, jetzt geht er wohl nach Leverkusen, um Jupp Heynckes (unten) zu beerben. Fotos: Eibner, dapd Foto: dapd
Wohin des Wegs? Robin Dutt (oben) war bei vielen Vereinen im Gespräch, jetzt geht er wohl nach Leverkusen, um Jupp Heynckes...Foto: dapd

Auch an Louis van Gaal ging die Erleichterung, die die Münchner Sieger ergriffen hatte, nicht spurlos vorbei. Schließlich hatte der 2:1-Sieg beim SC Freiburg dazu beigetragen, seinen Job bei den Bayern zu retten. „Wir müssen mindestens Dritter werden“, sagte der Trainer. „Dann kann mein Nachfolger das weitermachen.“ Van Gaal wird die Bayern bekanntlich am Saisonende verlassen. Robin Dutt zuckte an dieser Stelle nicht einmal im Ansatz. Ihn hatte van Gaal auch nicht gemeint, Dutt wird sicher nicht Bayern-Trainer. Trotzdem ist die Nachfolgeregelung in München eng mit seinem Namen verbunden. Dass Jupp Heynckes aus Leverkusen nach München wechselt, ist in der Branche schon lange ein offenes Geheimnis. Heute will sich Heynckes in Leverkusen erklären (siehe Text rechts). Nach Informationen dieser Zeitung wird heute ebenfalls bekannt gegeben, dass Robin Dutt nach dem Ende dieser Saison nach Leverkusen wechselt. Um zwölf Uhr findet in Freiburg eine Pressekonferenz dazu statt. Auf dieser soll auch Dutts Nachfolger bekannt gegeben werden. Die „Badische Zeitung“ berichtet, Marcus Sorg werde neuer Trainer. Der 45-Jährige coacht momentan die zweite Mannschaft in der Regionalliga. Zu seinem Assistenten werde Christian Streich, der bisher für die U 19 verantwortlich zeichnete. Andere vermuten, die Konstellation werde genau anders herum sein.

Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler bezeichnete die Verhandlungen mit dem neuen Mann als „sehr weit“. Sauer sind sie beim SC Freiburg trotz des Wechsels von Dutt nicht auf ihren Trainer. Dutt hat überaus wertvolle Arbeit geleistet und mit dem Klub die schwierige Übergangszeit nach Volker Finke erleichtert, der 16 Jahre lang beim SC Trainer war. Zudem steht eine Ablösesumme im Raum, weil Dutts Vertrag in Freiburg bis 2012 läuft.

Für den bei Stuttgart aufgewachsenen Sohn eines Inders und einer Deutschen ist Leverkusen der logische Karriereschritt. Er findet eine junge, ehrgeizige Mannschaft vor, mit der Dutt seinen Ehrgeiz ausleben kann. Wie Thomas Tuchel (Mainz), Jürgen Klopp (Dortmund), Ralf Rangnick (Schalke) und Bundestrainer Joachim Löw gilt Dutt als Trainer einer neuen Generation.

Dutt übernahm den SC Freiburg 2007 und stieg nach zwei Spielzeiten in der Zweiten Liga schließlich in die Bundesliga auf. Trotz eines geringen Etats schaffte Dutt in der ersten Bundesligasaison den Klassenerhalt. In dieser Saison stand der Klassenverbleib bereits nach der Vorrunde so gut wie fest, und der Klub träumte sogar davon, einen europäischen Wettbewerb zu erreichen. Nach Niederlagen in den vergangenen vier Spielen rutschten die Freiburger allerdings wieder ins Mittelfeld ab.

Gegen die Bayern waren die Badener in der ersten Hälfte die deutlich bessere Mannschaft, unterlagen aber unglücklich. Die Münchner dürften sich nun auf keinen Fall ausruhen, warnte Kapitän Philipp Lahm. Man sei „erst über den Berg, wenn wir die Champions League erreicht haben“. Die wird demnächst auch für Robin Dutt ein Thema, wenn er im Sommer bei seinem neuen Verein in Leverkusen antritt.

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