Sport : Auferstanden nach 22 Jahren

Kevin Garnett führt die Boston Celtics gegen die Lakers zum Titelgewinn in der NBA

Sebastian Moll

New York - Gemeinhin verbietet es ja der Aberglaube im Sport, vor dem Abpfiff einen Sieg zu feiern. Doch zwei Minuten vor dem Ende der sechsten NBA-Finalpartie in Boston konnte den heimischen Celtics wirklich nichts mehr passieren. Mit 40 Punkten lagen sie schon in Führung, da hätte auch ein noch so furioser Endspurt der Los Angeles Lakers nichts mehr genutzt. Und so hüpften die „Big Three“ der Celtics, Kevin Garnett, Ray Allen und Paul Pierce, am Spielfeldrand ungeniert Arm in Arm auf und ab, während die Celtics-Reserve die von ihnen begonnene Arbeit mit 131:92 Punkten zu Ende brachte.

Kobe Bryant, Superstar der Lakers, schaute von der Bank aus mit dem Handtuch über dem Kopf bereits zerknirscht zu, während die Bostoner Fans ihm und seiner Mannschaft hämisch ein „Heyheyhey – Gooood Byeeee“ sangen.

22 Jahre ist es her, dass die Celtics 1986 letztmals einen NBA-Titel gewannen, damals mit dem legendären Larry Bird gegen die Houston Rockets. Ein Jahr später standen die Celtics erneut im Finale – gegen die Los Angeles Lakers. Es war das letzte Duell jener großen Rivalen, die die 80er Jahre bestimmt hatten. „Es hat 22 Jahre lang hier nichts geklappt, absolut gar nichts“, sagte jüngst der frühere Celtics-Kapitän und dreimalige Champion Bob Cousy. „Das Karma war einfach rundherum miserabel.“

Bis in der vorigen Saison dann Manager Danny Ainge, selbst Spieler in der Meistermannschaft von 1986, Kevin Garnett aus Minnesota und den erfahrenen Ray Allen aus Seattle holte. Vor allem Garnett half maßgeblich mit, dass sich bei den Celtics, die im vorigen Jahr 18 Spiele in Folge verloren hatten, alles zum Guten wandelte. Unter seiner Führung wuchsen plötzlich Spieler wie Rajon Rondo und Paul Pierce über sich hinaus. „Kevins Wirkung war dramatisch“, erinnert sich Coach Doc Rivers an die Ankunft des Power-Forwards. „Er hatte eine außergewöhnliche Intensität und die übertrug sich direkt auf alle anderen.“

Doch trotz der Überlegenheit mit 66 Saisonsiegen war das Finale für die Celtics wahrlich kein Spaziergang. Ihr Trainer Doc Rivers fand jedoch: „Es wurde Zeit für uns.“ Bei den Lakers fehlten im Endeffekt dem überragenden Kobe Bryant, der während der Play-offs durchschnittlich 30 Punkte warf, die adäquaten Mitspieler. Sebastian Moll

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben