Aufgerüttelt von der Wutrede : Alba besiegt Bonn nach schwachem Start 90:78

Beim 90:78 (44:48) gegen Bonn vor 11 954 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof musste der Albas Trainer sein Team in der Pause sogar mit einer Wutrede aufrütteln. Im dritten Viertel traten die Berliner dann viel entschlossener auf.

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Albas Ismet Akpinar (re.) erzielte vier Punkte in acht Minuten Spielzeit.
Albas Ismet Akpinar (re.) erzielte vier Punkte in acht Minuten Spielzeit.Foto: dpa

Als Ismet Akpinar im ersten Viertel ausgewechselt wurde, kam es zu einer ungewöhnlichen Begebenheit. Der 19-Jährige wurde von Sasa Obradovic gelobt! Normalerweise schickt der strenge Trainer von Alba Berlin bei dieser Gelegenheit jedem seiner Spieler eine kritische Bemerkung hinterher, diesmal aber spendierte er seinem Nachwuchsspieler ein Tätscheln und sogar die Worte: „Sehr gut.“ Es blieb allerdings der einzige Moment in der ersten Halbzeit, in dem Sasa Obradovic zufrieden war. Beim 90:78 (44:48) gegen Bonn vor 11 954 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof musste der Alba-Trainer sein Team in der Pause sogar mit einer Wutrede aufrütteln.

„Sasa ist lautstark geworden, weil 48 Punkte vom Gegner nicht okay sind für eine Mannschaft, die sich über eine gute Verteidigung definiert“, berichtete Akeem Vargas. Tatsächlich traten die Berliner im dritten Viertel viel entschlossener auf und zwangen den Tabellenfünften zu zahlreichen Ballverlusten, die Alba zu einem 12:0-Lauf nutzte. „Unsere Aggressivität in der Verteidigung war viel besser in der zweiten Halbzeit, das war der Schlüssel zum Sieg“, lobte Obradovic. Die Berliner Centerspieler Leon Radosevic (18 Punkte, 7 Rebounds) und Marko Banic (15 Punkte) trafen bei den Berlinern am besten, bei Bonn war es der Litauer Benas Veikalas (18 Punkte). Auch Aufbauspieler Ismet Akpinar überzeugte mit vier Punkten in acht Minuten. Die Berliner festigten ihren zweiten Platz in der Liga.

In der ersten Halbzeit hatten die Gäste noch 62 Prozent ihrer Dreipunktewürfe getroffen, im zweiten Durchgang fiel keiner mehr in den Korb. Nach dem dritten Viertel (25:11) hatte Alba das Spiel im Griff. Erst recht, als die Schiedsrichter einen Schlag des Bonners Benas Veikalas in die Leistengegend Reggie Reddings übersahen und Obradovics Beschwerde mit einem Technischen Foul belohnten. Fortan pfiffen die Zuschauer die Gäste beständig aus, das Momentum kippte endgültig auf Seiten der Berliner.

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