Sport : Aufgeweckte Eisbären schlagen Ingolstadt 3:2

Berlin - Schleichende Müdigkeit. Diesen Zustand glaubte Trainer Don Jackson bei seiner Mannschaft ausgemacht zu haben. Schließlich musste sie zuletzt doch arg oft in der Deutschen Eishockey-Liga antreten. Außerdem kränkelten einige von Jackson Profis. Doch die Befürchtungen des Berliner Coaches um die Verfassung seiner Eisbären Berlin bestätigten sich am Dienstagabend nicht. Beim dritten Spiel binnen fünf Tagen gewann der Deutsche Meister gegen den ERC Ingolstadt 3:2 (0:1, 2:0, 0:1/1:0) nach Verlängerung. 14 100 Zuschauer wollten sich das Duell des Tabellendritten mit dem Tabellenvierten mit ansehen.

Erstmals kamen auch die Basketballer von Alba Berlin geschlossen bei ihren Eishockey-Kollegen vorbei – Mannschaftsabend hieß die von Gordon Herbert nicht ganz uneigennützig eingefädelte Initiative. Denn obwohl Albas Trainer mit dem Basketball verbunden ist, schaut er nach eigenen Angaben immer noch am liebsten Eishockey. Und sowieso. „Man muss sich als Team auch mal in anderen Sachen weiterbilden“, sagte Herbert ins Hallenmikrofon. Was der kanadische Eishockeyfan und seine Mannschaft von ihren Logenplätzen aus beobachteten, war ein spannendes Spielchen, in dem sich die Gastgeber zunächst gleich reihenweise Chancen erarbeiteten, aber eben auch reihenweise scheiterten. Die Ingolstädter hielten mit dem Tempo der Eisbären mit, stellten sich jedoch vor dem Tor etwas geschickter an. Gut eine Minute vor der Drittelpause nutzte Joseph Motzko die Gelegenheit zur Führung für die Bayern, nachdem der Berliner Torwart Rob Zepp den Puck zuvor nicht hatte festhalten können.

Wenn die Eisbären bis zu diesem Zeitpunkt wirklich noch schläfrig gewesen sein sollten, so änderte sich dies mit dem Mitteldrittel. Jetzt gesellte sich zu ihren Angriffen auch Präzision – vor allem bei den Berliner Verteidigern. Erst erzielte der aufgeweckte Jim Sharrow sein drittes Tor im dritten Spiel nacheinander, danach zog Richie Regehr von der blauen Linie erfolgreich zum 2:1 für seine Mannschaft ab. Müdigkeit? Von wegen. Mochte man den Berlinern an diesem Abend etwas Negatives nachsagen, dann höchstens ihre Fahrlässigkeit. Insbesondere in den Überzahlspielen wussten sie mit ihren Gelegenheiten einfach zu wenig anzufangen. Anders die Ingolstädter, die im Schlussabschnitt gerade mal 20 Sekunden mit einem Mann mehr auf dem Eis benötigten, um den Ausgleich zu erzielen. So mussten sich die Eisbären und ihre Fans zur Verlängerung gedulden, ehe Barry Tallackson sie zum Sieg schoss.

Nach ihrer dienstäglichen Extraschicht haben die Berliner nun ein paar Tage Zeit, sich zu erholen. Erst Sonntag treten sie wieder an. Und danach gönnt Trainer Jackson dem Großteil seiner Profis während der Länderspielpause noch ein paar freie Tage. Fragt sich nach der Partie gegen Ingolstadt nur noch, wie die Eisbären erst auftreten, wenn sie richtig ausgeruht sind.

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