Sport : Aufmunterung von der Ersatzbank

Trotz des 0:1 bei St. Pauli macht Union Fortschritte

Karsten Doneck

Berlin – Auf der Ersatzbank wurde es lebhaft. Gerade hatte Achim Hollerieth, der Schlussmann des FC St. Pauli, wieder spektakulär ein Tor des Gegners vereitelt, da machten sich Unions Reservisten auch schon lauthals bemerkbar. „Macht nichts!“, rief einer. „Auf geht’s, weiter so“, ein anderer. Und wer seine Stimme schonen wollte, der klatschte wenigstens noch aufmunternd in die Hände. Mit 0:1 (0:0) unterlag der 1. FC Union am Freitagabend auf St. Pauli, kassierte damit die dritte Niederlage in Folge in der Fußball-Regionalliga. Für Unions Trainer Frank Wormuth ist die Mannschaft dennoch auf dem richtigen Weg. Die Anfeuerung von der Bank wertete er als ein „positives Signal, ein Zeichen, dass sich die Spieler gegenseitig akzeptieren, ob sie nun gerade auf dem Platz stehen oder eben mal Ersatz sind“. Derlei Fortschritte sind nicht zu verachten: Immerhin hat Wormuth diese Mannschaft vor der Saison von der Nummer 1 bis zur Nummer 20 völlig neu zusammengestellt.

Unions Spieler sind meist jung und wenig erfahren. Ihnen könnten also unter der Last von allzu vielen Niederlagen bald Selbstvertrauen und Unbekümmertheit abhanden kommen. „Die Mannschaft wird sich nicht umwerfen lassen“, verspricht dagegen Wormuth. Er hat stets gepredigt: „Es nützt nichts, über vergebene Torchancen zu jammern. Wir fangen in jedem Spiel neu an, immer wieder bei 0:0.“ Verinnerlicht haben die Union- Spieler das längst. So reagierten sie am Millerntor unbeeindruckt, als der FC St. Pauli zu Beginn Furcht erregend loslegte. Nach einer Viertelstunde hatten die Berliner das Geschehen beruhigt, erarbeiteten sich ihrerseits klare Chancen.

Union kann also durchaus mithalten mit der Konkurrenz in der Regionalliga. Die bisherigen vier Niederlagen fielen allesamt knapp aus, eine richtige Packung war nicht dabei. Wormuth fordert daher auch: „Wenn meine Mannschaft mal zusammenbricht, dann bitte erst, wenn das Spiel vorbei ist.“

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