Aufruhr : Kicker, hört die Signale!

Lars Spannagel sieht die Flammen der Revolution in der Bayernliga lodern.

Lars Spannagel

Fußballer sind keine Revoluzzer. So lange das Gehalt pünktlich überwiesen wird, lassen sie alles über sich ergehen: Steigerungsläufe, Strafenkataloge, Trainerentlassungen. In der Bayernliga, dem Bergwerk der Moderne, wo Fußball noch gearbeitet wird, ist jetzt Schluss damit. Die tapferen Männer des Fünftligisten SpVgg Ansbach 09 haben sich für den Widerstand entschlossen. Die Vereinsführung hatte den beliebten Trainer des Teams gefeuert, nun gehen die Spieler auf die Barrikaden. In einem offenen Brief teilten sie mit, unter der aktuellen Vereinsführung nicht mehr auflaufen zu wollen. Genial!

Man stelle sich das Zittern vor, das diese Meldung in den Geschäftsstellen der Bundesligisten hervorruft. Ganz nach den Idealen der „Internationalen“ (Heer der Sklaven, wache auf!/Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger/Alles zu werden, strömt zuhauf!) reißen die Fußballer die Macht an sich. Unfähige Manager, selbstherrliche Präsidenten, arbeitsscheue Sportdirektoren – ihnen allen wird die Nichtigkeit ihrer Existenz vor Augen gehalten, wenn die allzu lang geschundene Kaste der Fußballer ihnen ihre Arbeitskraft verweigert.

„Sollten sich in der Führung personelle Änderungen ergeben, sind wir natürlich zu Gesprächen bereit“, kündigten die Ansbacher Spieler an. Bis dahin kämpfen sie, wofür alle Fußballer kämpfen sollten. Ein Leben in Würde auch auf dem Rasen! Das Recht der Trainer, in Ruhe den Parcours fürs Zirkeltraining aufstellen zu können! Friede den Hütchen, Krieg den Palästen!

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