Sport : Aufs Altenteil

Sven Goldmann

über Mario Baslers würdevollen Abschied als Trainer Die Fußball-Regionalliga Süd meldet eine seltsame Entlassung. Der Präsident des SSV Jahn Regensburg sagt, dem Trainer sei nichts vorzuwerfen, aber, leider, leider, könne er nun mal nicht die gesamte Mannschaft vom Platz jagen. Der Entlassene gibt zurück, es sei eine schöne Zeit gewesen, viel Glück dann noch, hoffentlich geht alles gut im Kampf gegen den Abstieg. Der Trainer, der da so leise und anständig Abschied nimmt, heißt Mario Basler.

Mario Basler – war das nicht der Fußballspieler, der sein begnadetes Talent dem Weißbier und den Zigaretten opferte? Der mal einem Schiedsrichter bescheinigte, er müsse „richtig auf die Fresse kriegen“? Der seinen Job bei Bayern München wegen einer Wirtshausrauferei verlor? Ja, Mario Basler hat in den vergangenen Jahren viel Dummes gesagt und getan. Für eine Würdigung seiner postprofessionalen Phase aber wird hier einmal aufgelistet, was er denn alles nicht gesagt und getan hat. Basler hat sich nicht jedes Mal ins Gespräch gebracht, wenn mal wieder ein Bundesligatrainer entlassen wurde, er wollte auch nicht Bundestrainer werden. Er hat nicht zwecks Medienpräsenz die Betreuung eines Projekts namens Borussia Banana übernommen. Und er hat sich nicht als Stichwortgeber für Boulevardkolumnen angedient, um ehemaligen Kollegen schlaue Ratschläge zu erteilen.

Dieses Spätwerk des Mario Basler trägt Züge von Altersweisheit. Lothar Matthäus könnte einiges von ihm lernen.

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