Aufsteiger : Auf in die Dritte Liga - mindestens

Der 1. FC Union startet mit hohen Zielen in die Saison. Die Saison gleich mit einem wegweisenden Heimspiel.

Karsten Doneck

BerlinAm Bekanntheitsgrad seines neuen Trainers muss der 1. FC Union noch arbeiten. Als die Mannschaft unlängst in Bergen auf Rügen zu einem Blitzturnier auflief, verkündete der Stadionsprecher dem Publikum, Unions Trainer sei – Detlef Schneeweiß. Der fiel aus allen Wolken. Schneeweiß ist seit Jahren als Betreuer ein zuverlässiger Helfer – mehr nicht. Zuletzt, im Test bei Budissa Bautzen, wurde den Zuschauern über das Stadionmikrofon weis gemacht: „Trainer des 1. FC Union ist – Holger Bahra.“ Auch kein Treffer. Aber relativ nah dran. Bahra gehört wenigstens zum Trainerstab der Köpenicker, er trimmt dort die Torhüter.

Der echte Cheftrainer, Uwe Neuhaus, 47 Jahre alt, früher Bundesligaprofi bei Wattenscheid 09, hat Wichtigeres im Sinn, als sich über solche kleinen Fußball-Irrtümer nachhaltig aufzuregen. Er soll den 1. FC Union in die neue eingleisige Dritte Liga führen – mindestens. Heute (14 Uhr, Stadion Alte Försterei) beginnt die Saison gleich mit einem wegweisenden Heimspiel. Gegner ist Fortuna Düsseldorf, einer der Liga-Favoriten.

„Wir wollen Jahr für Jahr unser Niveau näher an die Zweite Liga angleichen“, kündigte Präsident Dirk Zingler an. Schon für die jetzige Saison hat Union in dieser Hinsicht gewaltige Anstrengungen unternommen, gerade auch finanziell. Ein Etat in Höhe von 4,1 Millionen Euro wurde aufgestellt. 2,3 Millionen von dieser Summe sind für die Personalkosten des Regionalliga-Kaders veranschlagt, 600 000 Euro entfallen auf den Posten Spielbetrieb, darin summieren sich Kosten für Reisen, Trainingslager und ähnliches.

Bei der Suche nach Verstärkungen hat der 1. FC Union vor allem Wert auf Routine gelegt. Marco Gebhardt (34), Michael Bemben (31) und Macchambers Younga-Mouhani (32) sind schon jenseits der 30. Und sie bringen Erfahrungen aus höheren Klassen mit: Gebhardt spielte mal bei Eintracht Frankfurt und Energie Cottbus in der Bundesliga, Bemben für den VfL Bochum und Younga-Mouhani bei Borussia Mönchengladbach sowie Fortuna Düsseldorf. Zusammengerechnet kommen die drei Neuen auf 185 Erstligaeinsätze.

Routine allein schießt aber keine Tore. Das weiß Dirk Zingler. „Einen Stürmer suchen wir noch“, sagt der Präsident. Doch in der Preisklasse, die Union vorschwebt, sind durchschlagskräftige Angreifer rar. Vielleicht gelingt ja die Verpflichtung über die Erschließung neuer Einnahmequellen. „Die zweite Runde im DFB-Pokal würde uns zusätzliche Einnahmen bringen“, sagt Zingler. In der ersten Pokalrunde empfängt Union den Erstligisten Eintracht Frankfurt. Es wird geträumt in der Wuhlheide. Karsten Doneck

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