Sport : Aufstieg zum Klassenerhalt

Die Fußball-Oberligisten aus Berlin teilen sich auf

Matthias Koch

Berlin - Nur noch sieben Vereine besitzen sportliche Ambitionen in der Oberliga-Nordstaffel des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes. Vor dem Rückrundenstart am Wochenende liegen Hertha BSC II, Türkiyemspor und der BFC Dynamo auf den ersten drei Rängen, die die direkte Qualifikation zur neuen viertklassigen Regionalliga bedeuten. Der Tabellenvierte, momentan Hansa Rostock II, kann diese Spielklasse durch Entscheidungsspiele gegen den Südstaffel-Vierten erreichen.

Der Greifswalder SV, Optik Rathenow und Tennis Borussia befinden sich in Reichweite der Hansa-Azubis, die laut Manager Herbert Maronn dieses Mal die Lizenz für die Regionalliga beantragen werden. Ab Platz acht, den momentan der LFC Berlin einnimmt, geht es um nichts mehr. Zum einen scheint der Rückstand nach oben zu groß, zum anderen steht nach der Abmeldung des SV Yesilyurt der einzige Absteiger bereits fest.

Von drohender Langeweile will Bernd Wusterhausen nichts wissen. „Die Mannschaften, die in die Regionalliga wollen, müssen sich Woche für Woche gegen die Kleinen beweisen. Das wird hoch interessant“, sagt der langjährige Spielleiter der Nordstaffel. Wusterhausen bedauert nicht, dass die Oberliga durch den Einschub der Dritten Liga bald nur noch fünftklassig ist: „Das führt zu einer Konzentration der Kräfte.“ Für den Berliner Fußball trifft das auf jeden Fall zu. In der ersten gesamtdeutschen Saison 1991/1992 tummelten sich in den drei höchsten Spielklassen fast unglaubliche 23 Vereine aus Ost- und Westberlin: neben den Zweitligisten Hertha BSC und Blau-Weiß 90 acht in der Nordost-Oberliga Nord und 13 in der Nordost-Oberliga Mitte. Ab Sommer 2008 werden es von der Bundesliga bis zur Vierten Liga im besten Fall sechs Teams sein: Hertha, der 1. FC Union und die Qualifikanten aus der Oberliga.

Rüdiger Kreische kennt die Extreme. 1991/1992 trainierte er den BFC Preussen in der Nordost-Oberliga Nord, inzwischen ist er Sportdirektor beim LFC Berlin. „Dass 1991 alle 16 Westberliner Oberliga-Vereine für die dritte Liga zugelassen wurden, halte ich im Nachhinein für eine künstliche Verwässerung“, sagt Kreische. Jetzt wollen Kreische und sein LFC Berlin die Rückrunde zur sportlichen Konsolidierung nutzen. „Im nächsten Jahr nehmen wir einen neuen Anlauf zur Regionalliga. Problematisch könnte jedoch mittelfristig sein, dass Berliner Talente verstärkt zu Vereinen drängen, die mindestens viertklassig sind.“

Finanziell lohnt sich die Oberliga schon jetzt nicht. In der kommenden Spielzeit fallen 7500 Euro weg, die das Fernsehen pro Saison beisteuert. Beim BFC ist man darauf vorbereitet. „Wenn wir die Regionalliga verpassen, spielen wir trotzdem weiter Fußball“, sagt Präsident Frank Berton. Vor drei Tagen verlängerte der BFC Dynamo den Vertrag mit dem Trainer Volkan Uluc vorzeitig bis 2011 – unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Gemeinsam mit TeBe und Türkiyemspor hat Dynamo in der zweiten Transferperiode am meisten eingekauft. Bleibt zu hoffen, dass bei den Beteiligten genügend Geld für das Lizenzierungsverfahren im Frühjahr übrig bleibt.

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